Denn ich fresse nicht nur Jungfrauen!

Sonntag, 10. April 2016

Rezension: Dreamwalker - Das Geheimnis des Magierordens (The Ballad of Sir Benfro #2) von J.D. Oswald

„Das Geheimnis des Magierordens“ (Orig. „The Rose Cord“) setzt da an, wo der Vorgängerteil aufhörte. Benfro flieht vor Inquisitor Melyn und seinem Orden des Hohen Fryd, nachdem sie seine Mutter Morgum ermordeten. Ihm gelingt die Flucht, nicht zuletzt auch durch die letzte Magie seiner Mutter. Der Geist Morgums erscheint ihm kurz darauf und trägt ihm auf, den Drachen Corwen ausfindig zu machen. Dort soll er seine besondere Gabe des Traumwandelns verfeinern und in die Magie eingewiesen werden. Der Geist Magogs hat es jedoch auf ihn abgesehen, und es gelingt ihm zeitweilig, Benfro in seine Gewalt zu zwingen. 

Errol befindet sich noch immer in den Fängen des Ordens vom Hohen Fryd. Dort wird er zum Drachenjäger ausgebildet, obgleich er eigentlich nichts weiter will, als die Drachen zu studieren und sie ansonsten in Frieden in ihren letzten Refugien leben zu lassen. Aus Selbstschutz bewährt er sich jedoch im Orden und soll als Spion zu den Feinden des Reiches geschickt werden. Dort jedoch wird er an den König ausgeliefert und gerät von einer Katastrophe in die nächste.

„Das Geheimnis des Magierordens“ knüpft nahtlos an den ersten Teil der Reihe an. Wurde am Ende des ersten Bandes Morgum gerade geköpft, so ist Benfro hier sogleich auf der Flucht. Der Leser ist von Anfang an mitten im Geschehen und hofft, dass es dem jungen Drachen gelingt, seinen Häschern zu entkommen.

Auch mit Errol fiebert man mit. Der Plottwist, dass er plötzlich an den verfeindeten König ausgeliefert wird, ist sehr gelungen und bringt noch einmal zusätzlich Spannung hinein.

Generell ist bis zu diesem Punkt der Reihe lobend herauszuheben, dass auf überflüssigen Konfliktaufbau verzichtet und sich eher auf das konzentriert wird, was die Handlung auch tatsächlich voranbringt. Was man hier lediglich am Rande findet, sind Romanzen, die unnötig Konflikte aufbauen, die keinen größeren Mehrwert für die Geschichte beinhalten. Im Gegensatz zu vielen anderen Romanen ist das eine angenehme Abwechslung.

Leider ist es dem Autoren dieses Mal nicht so gut gelungen, den Leser bei der Stange zu halten. Prinzipiell ist es immer gut, wenn etwas Sonderbares passiert und es nicht gleich auf den nächsten Seiten aufgelöst wird. In diesem Fall aber passieren zu oft rätselhafte Dinge, die die Protagonisten zudem auch jedes Mal aus dem Schlamassel retten.

Mehrmals droht Errol unmittelbar der Tod und doch entkommt er auf eine Weise, die er selbst nicht erklären kann. Leider geht dadurch einiges an Spannung verloren, wenn Errol wieder und wieder dem Tod von der Schippe springt. Auch Benfro kann auf einmal auf wundersame Weise fliegen, und es wird leider viel zu spät erklärt, woher er diese Fähigkeit bekommt. Bis dahin wundert man sich nur über die scheinbare Unlogik, was ebenso den Lesegenuss trübt.

Oswald hat sich auch in diesem Buch stark seiner Welt gewidmet. Man erfährt viel über ihre Geschichte und den aktuellen politischen Zustand. Er flechtet es gut in die Handlung ein, tritt jedoch in manchen Passagen zu sehr auf der Stelle, sodass sich der Roman streckenweise zieht.

Alles in allem ist das Leseerlebnis jedoch gut und auch der Griff zum bald erscheinenden dritten Teil ist eine lohnende Investition.




Daten
Das Geheimnis des Magierordens, Orig. The Rose Cord, Dreamwalker 2: ISBN 978-3-570-40307-5, cbj, 2016, 12,99€

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