Denn ich fresse nicht nur Jungfrauen!

Dienstag, 27. September 2016

Game of Thrones Rewatch: S02E04: Garden of Bones

Dany erfährt die frohe Kunde, dass die Stadt Qarth nur wenige Tagesmärsche entfernt liegt, doch ihr Empfang dort ist kühler als erhofft. Stannis und Renly verhandeln miteinander, doch kommen sie nicht auf einen Nennen, sich gegen ihren gemeinsamen Feind zu verbünden.  Arya und ihre Freunde kommen in Harrenhal an, das zu einem schrecklichen Gefängnis geworden ist, in dem die Gefangenen brutal gefoltert werden. Indes gewinnt Robb eine weitere Schlacht und lernt die junge Heilerin Talisa kennen. Joffrey ist außer sich über diesen Sieg und stellt als Rache Sansa bloß. Tyrion unterbricht ihn und bewahrt Sansa vor weiteren Erniedrigungen. Und in den Schatten gebiert Melisandre eine entsetzliche Kreatur. 

Und der Hass auf Joffrey wuchs und wuchs. Schon schlimm genug, was er Sansa antut, doch als er die beiden Huren zwingt, sich gegenseitig auf’s Schlimmste zu verprügeln … Nein, das geht erst recht nicht! Seine Neigung zur Gewalt ist entsetzlich. Ich frage mich, ob es »nur« davon kommt, dass er einfach ein verzogenes Balg ist, er inzestuös gezeugt wurde oder beides zusammen. Aber mal ehrlich: Wie sehr kann man einen Charakter eigentlich hassen? Und dann ist der Schauspieler ein so netter! Mindblowing.

Ich fand es jedoch sehr anrührend, wie Tyrion sich um Sansa kümmert. Er ist gefühlt der einzige mit Verstand da und wenigstens einer, der den Mut hat, Joffrey die Stirn zu bieten – beziehungsweise ihm einfach zu zeigen, was für ein missratenes Kind er ist.

Margaery fand ich schon immer recht beeindruckend. Sie wirkt so unschuldig wie so viele Frauen in Westeros. Dabei versteht sie hervorragend, wie das Spiel der Throne gespielt wird, was sie zu einem nicht zu verachtenden Mitspieler macht. Noch zeigt sie nicht viel davon, doch erste Andeutungen wurden bereits gemacht.

Harrenhal hat mich mal wieder entsetzt, und es hat nicht sehr dazu beigetragen, dass ich nebenher gegessen hatte. Dabei hätte ich das mittlerweile lernen sollen: Iss nichts, wenn du Game of Thrones gucken willst. Dieser Ort ist grässlich. Schon allein die Umgebung tut ihr übriges, und dann wurde die Festung auch noch zu einem Ort des Schreckens verwandelt, indem so viele Menschen auf grausame Weise gefoltert werden.

Littlefinger versteht es zu manipulieren, selbst wenn es Leute betrifft, bei denen man so etwas ähnliches sagen kann wie, dass er sie mag. Ich mein, Littlefinger liebt nur Littlefinger, aber eine gewisse Obsession für Catelyn beziehungsweise später Sansa hat er eben doch. Er bringt Cat die sterblichen Überreste Neds und behauptet ihr gegenüber, die Lannisters hätten sowohl Sansa als auch Arya, um sie dazu zu bewegen, Jaime freizulassen.

Und ganz ehrlich: Lancel ist schon putzig. Er hat einen schwachen Charakter, keine Frage (und ich kann nicht behaupten, dass ich mit Sicherheit besser wäre, aber hey), aber wie er sich aus der Misere ziehen will, als Tyrion ihm sagt, dass er von seiner Affäre mit Cersei weiß … Also ich find das niedlich, was mit Sicherheit auch an der Art und Weise liegt, wie Eugene Simon das spielt.

Was mir seit jeher ausgesprochen positiv in Erinnerung bleib, ist Dany in dieser Folge, als sie Qarth ankommt. Ich finde diese Szene wunderbar geschauspielert von Emilia Clarke.  Sie ist zunächst unsicher, will nichts falsch machen. Daher gibt sie sich ausgesprochen höflich und versucht möglichst formell zu sein. Das ist für sie weitestgehend Neuland, denn bisher hatte immer ihr Bruder das Reden übernommen und unter den Dothraki sind solche Umgangsformen nicht üblich. Dann jedoch beleidigt der Händler sie, indem er ihr unterstellt eine Lügnerin zu sein, was sozusagen den Drachen in ihr weckt und ihr Feuer richtig auflodern lässt. Dann ist sie wirklich Daenerys Targaryen und droht mal wieder allem und jedem, dass sie, wenn ihre Drachen erst groß genug sind, alles niederbrennen wird. (Wir wissen: Zuzutrauen ist es ihr, hoffen wir auf Tyrion.) Wie gesagt, ich fand die schauspielerische Leistung hier wunderbar, weil sie so hervorragend Danys Charakter wiedergibt.

Und am Ende Melisandre. So ganz habe ich bis heute nicht verstanden, was sie da eigentlich geboren hat, aber ich will mehr darüber wissen. Was es ist, wo es herkommt, was es macht und so weiter. Vielleicht stand es im Buch und ich kann mich nur nicht mehr daran erinnern. Wie dem auch sei, jedenfalls war das ziemlich unheimlich und hinterlässt ein ungutes Gefühl Davos‘ Entsetzen darüber, was da geschieht, war förmlich greifbar, was mir sehr gefallen hat. Ich habe jetzt noch das musikalische Thema Melisandres im Ohr, das am Ende spielte.

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