Denn ich fresse nicht nur Jungfrauen!

Montag, 3. Oktober 2016

Game of Thrones Rewatch: S02E05: The Ghost of Harrenhal

Renyls Tage sind gezählt. Ein grässlicher Geist dringt in sein Zelt ein und ermordet ihn. Brienne, die sich trauernd über ihn beugt, wird fälschlicherweise für die Mörderin gehalten, doch ihr und Catelyn gelingt die Flucht. Sie schwört Lady Stark daraufhin die Treue und ist auf Rache an Stannis aus, da sie überzeugt ist, dass er der Mörder war. Tyrion indes ist weiter den Geheimnissen seiner Schwester auf der Spur und sucht nach Möglichkeiten, wie er King’s Landing vor Stannis‘ Flotte verteidigen kann. Wildfire scheint eine sehr vielversprechende Option zu sein … Dany kommt derweil in Kontakt mit der Hofpolitik Qarths, wo vor allem Xaro Xhoan Daxos und Pyat Pree um die Gunst der Mutter der Drachen werben. Ser Jorah ist besorgt, dass Dany noch zu unerfahren in solchen Angelegenheiten ist und sich zu leicht von schönen Worten und Versprechen einlullen lässt. In Harrenhal eröffnet Jaquen H’ghar Arya, dass er dem Roten Gott drei Namen schuldet, für Arya also drei Menschen töten will. Im Norden kehrt Qhorin Halfhand zurück und berichtet, was er nördlich der Mauer ausgekundschaftet hat. 

Die Folge setzt das fort, womit die vorherige geendet hatte: Renly wird ermordet. Ich habe die Szene als nicht sonderlich gut in Erinnerung. Ich wage mich jetzt mal so weit aus dem Fenster zu lehnen und zu behaupten, dass besonders Gwendoline Christie, die sonst nicht die schlechteste ist, hier nicht wirklich glaubhaft wirkte. Ihr Entsetzen wirkte zu sehr wie auf Kommando und daher zu steif und unnatürlich.

Wen ich aber sehr mochte, ist Margaery, die ich immer noch prinzipiell falsch schreibe, wenn ich sie nicht nachschlage. Littlefinger fragt sie, ob sie eine Königin sein möchte, woraufhin sie ganz ruhig und mit einer Engelsmine erwidert: »No. I want to be the queen.« Ich erwähnte es bereits: Sie ist eine eiskalte Spielerin, die es hervorragend versteht, ihre Absichten hinter einer Maske der unschuldigen zarten Lady zu verbergen, sodass wohl nur die wenigsten sie durchschauen können.

Theon macht in seinem ersten Kommando als Schiffskapitän keine Figur, und mich erinnerte das ein wenig an Thorin Oakenshield. Also im Buch. Der im Film hatte herzlich wenig mit Thorin gemeinsam. Gandalf hielt ihm vor, dass er als König unter dem Berge keine gute Figur mache. Zugegebener Maßen ist Thorin noch eher eine Führungsfigur als Theon. Dieser jedenfalls muss einsehen, dass seine Crew seine Befehle lieber ignoriert und ihr eigenes Ding macht.

Ich glaube, ich erwähnte es bereits: Ich habe Charles Dance als erstes in seiner Rolle in Underworld 4: Awakening kennen gelernt, wo er einen Anführer eines Vampirclans spielte, liebe ihn aber auch als Kaiser Emhyr, welchen er in der englischen Synchro von The Witcher 3: Wild Hunt spricht, sowie als alten Vampir in Dracula Untold, ein Film, den ich ebenfalls mag, trotz des recht hohen Trash-Faktors. Zwei Rollen als Vampir. Und dann sitzt Tywin in den dunklen Hallen von Harrenhal, blass und in Schatten gehüllt. Das erinnerte mich so dermaßen an einen Vampir!

Das Blickduell zwischen Tywin und Arya war ein kleines Folgenhighlight für mich. Er fragt sie, wo sie her kommt, es wird aber recht offensichtlich, dass sie lügt. Tywin belässt es zunächst dabei, mustert sie aber ausgiebig. Und Arya wäre nicht Arya, würde sie dem Blick nicht standhalten. Tywin hat unheimlich viel Stil und Arya unheimlich viel Mumm.

Jaquen H’ghar, den ich ebenfalls ständig falsch schreibe, offenbart Arya, dass er für die bereit ist, drei Menschen zu ermorden, als Gegenleistung dafür, dass sie ihm und seinen beiden Mitgefangenen bei ihrer Flucht geholfen hat. Und ab diesem Punkt wird er erst recht interessant. Seit The Elder Scrolls IV: Oblivion habe ich einen Hang zu Assassinen; die Dunkle Bruderschaft hat einfach mal in Elder Scrolls IV und V die besten Quests! Er erwähnt den Red God, was schon hier nahe legt, dass er ebenfalls einer religiösen Sekte angehört, die zu Ehren eines Gottes Leben nehmen. Wirklich, ich mag solche Geschichten! Gebt  mir mehr davon! (Wer Empfehlungen hat, darf sie gern in die Kommentare schreiben; Bücher, Filme, Spiele, Fanfictions, alles!)

Im hohen Norden kommt die Night’s Watch bei der Fist of the First Men an, einem Felsmassiv mitten im Eis, von dem es heißt, dass hier die ersten Menschen Westeros vor vielen tausend Jahren betreten hatten. Sam erzählt etwas davon, was ich persönlich sehr schön fand. Die Fist hat etwa von einem Echo längst Vergessenem. Die First Men entstammen einer Zeit, von der es kaum noch Überlieferungen gibt, was ihnen etwas Mystisches und Faszinierendes verleiht. Ich besitze das Westeros-Silmarillion, wie ich es immer nenne, und muss es echt mal lesen …

Schmunzeln musste ich bei dem alten Alchemisten, der Tyrion das Wildfire zeigt. Bron macht sich über ihn lustig, woraufhin der Alte ebenfalls ordentlich gegen Bron austeilt. Das hatte was.

Dany hat definitiv Pet goals. Ich meine, ist es nicht unglaublich niedlich, wie Drogon, der noch bequem auf eine Hand passt, versucht sein Essen zu rösten und dabei kleine Rauchwölkchen auspufft? Ich bin fast kaputt gegangen vor Niedlichkeit!

Dany gerät indes das erste Mal in ihrem Leben so wirklich in Kontakt mit Hofpolitik und Machtspielchen. Jorah hat nicht ganz zu Unrecht Bedenken, dass sie sich zu leicht von verlockend erscheinenden Versprechen einlullen lässt, denn ich denke auch, dass sie genau in diese Falle zu tappen droht. Ich fand Jorah in dieser Folge fast schon zum Knuddeln. Er begründet Danys besten Anspruch auf den Thron damit, dass sie ein sanftes Herz hat und sie von allen die beste Königin wäre. Seine Worte sind sehr ergreifend.

Ohne darauf zu achten, ist mir in dieser Folge ein kleiner Filmfehler aufgefallen. Als Brienne und Cat in der Wildnis Rast machen, ist Briennes Pferd zunächst schlammbespritzt. Es gibt einen Schnitt und plötzlich ist das Pferd sauber. It’s magic. Ansonsten mochte ich die Szene sehr, wie Brienne Cat die Treue schwört, besonders in Hinblick auf alle weiteren Staffeln und wie Brienne Cat tatsächlich die Treue halten wird.

Bran schlägt hier ganz nach seiner Familie, besonders nach seinem Vater und Robb. Ihn erreicht Kunde, dass eine Festung seiner Verbündeten angegriffen wird. Er schickt Hilfe und begründet es damit, dass seine Gefolgsleute keinen Grund hätten ihn zu beschützen, wenn er sie nicht ebenfalls schützt. Das sind Worte eines Starks. Bran träumt ebenfalls davon, dass das Meer Winterfell überfluten wird. Ich hatte das anfangs nicht verstanden, und selbst Osha tut das ja zunächst ab, aber in Hinblick auf die nächsten Folgen wird klar, was damit gemeint ist. Bran hat in die Zukunft gesehen, was heißt, dass seine Fähigkeiten als Warg sich mehr und mehr manifestieren.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Um in irgendeiner Weise unerwünschte oder bedenkliche Kommentare zu vermeiden, werden die Kommentare moderiert. Außerdem ist die Sicherheitsabfrage angestellt. Beachtet das bitte, nicht, dass ihr euch hinterher ärgert, dass euer Kommentar weg ist, weil ihr vielleicht bei der Sicherheitsabfrage etwas falsch eingegeben habt :)