Denn ich fresse nicht nur Jungfrauen!

Mittwoch, 5. Oktober 2016

Game of Thrones Rewatch: S02E07: A Man Without Honor

Theon entdeckt, dass Bran und Rickon ihm entwischt sind, und macht sich an die Verfolgungsjagd. Maester Luwin versucht guten Einfluss auf Theon zu nehmen und ihn davon abzubringen, doch er scheitert. Sansa gerät in Panik darüber, dass ihre Blutungen angefangen haben, was heißt, dass sie nun bereit ist Joffrey zu heiraten. Arya bewegt sich in Harrenhal immer mehr auf dünnem Eis. Noch fühlt sich Lord Tywin von ihr unterhalten, doch er ahnt, dass sie etwas vor ihm verbirgt. Jon kämpft sich weiter mit seiner Gefangenen Ygritte durch die Eiswüsten nördlich der Mauer und gerät dabei in eine Patrouille der Wildlings. Auch Jaime befindet sich noch in Gefangenschaft, doch ihm gelingt ein Fluchtversuch. Weit kommt er nicht, tötet dabei aber Lord Karstarks Sohn. Lord Karstark hat daraufhin brennende Rachegelüste. In Qarth sucht Dany noch immer verzweifelt ihre Drachen und entdeckt dabei, dass sie Teil eines politischen Putsches war, dessen Drahtzieher Pyat Pree und Xaro Xhoan Daxos waren. 

Eine in vielerlei Hinsicht bewegende Folge. Besonders Cersei stach hier heraus. Sie hatte bereits viele gute Szenen, in denen ihr Charakter Profil bekam, doch hier darf man völlig neue Seiten an ihr erleben. Ihr Rat an Sansa, Joffreys Kinder von ganzem Herzen zu lieben, erscheint aufrichtig und ehrlich. Ich denke, dass Cersei es hier wirklich nur gut meint mit Sansa. Zumal sie weiß, was das Stark-Mädchen durchmachen wird. Cersei spricht gegen Ende der Folge über ihren Sohn Joffrey, und Tyrion gesteht ein, dass die Idee mit den Huren eine sehr dumme Idee war. Doch auch Cersei gesteht offen ein, dass Joffrey vollkommen missraten ist. Ihre Tränen sind echt (und wem sollte sie auch etwas vormachen?), sie ist ehrlich bestürzt über Joffreys grausame Natur. Dass ausgerechnet Cersei, die ihre Kinder wie eine Löwin liebt und verteidigt, so etwas sagt, lässt einen aufmerken.

Wir dürfen in dieser Folge das erste Mal diesen einen Satz hören, der vielleicht der bekannteste der ganzen Serie ist: »You know nothing, Jon Snow.« Und erklärt mich für kindisch, ich feier das mittlerweile sehr, wenn Ygritte das sagt. Und das erste Mal ist immerhin ganz besonders!

Sehr feier ich auch die Gespräche zwischen Tywin und Arya. Tywin ahnt, dass sein Kelchbringer ihn über ihre Herkunft anlügt, aber noch lässt er sie gewähren und kann sogar über sie lachen, was bemerkenswert ist. Ich meine, wer hört schon mal ausgerechnet Lord Tywin lachen?! Aber trotzdem, auf kurz oder lang kann das nicht gut gehen. Was ich schade finde, weil die Gespräche der beiden wirklich Gold wert sind. Aryas flinke Zunge ist gefährlich, aber in der Tat unterhaltsam. »Most girls are idiots«, haut sie eiskalt heraus, was Tywin ein Lachen abgewinnt – und mir auch, nebenher gesagt.

Auch schon in den letzten Folgen huschte Lord Bolton hin und wieder durch’s Bild. Noch ist er ein getreuer Gefolgsmann Robbs, aber ich habe ständig seinen weiteren Werdegang in der Serie im Kopf. Da schaudert’s einen.

Ich frage mich gerade, was passiert wäre, wären Arya und Ygritte aufeinander getroffen. (Leute, gibt es Fanfictions dazu? Ich will eine lesen!) Sie haben beide eine flinke Zunge und nehmen kein Blatt vor den Mund, wobei Ygritte Jon auch so herrlich aufziehen kann. Ich liebe es, wenn sie ihn nachäfft!

Und dann gibt es Jaime, der mich in dieser Folge wieder daran erinnerte, warum er zu Anfang zu den hassenswerten Charakteren gehörte. Es ist schon übel, auf welch brutale Weise er seine Flucht ermöglicht – auch wenn er nicht weit kommt. Er prügelt seinen Cousin Alton zu Tode und stranguliert Lord Karstarks Sohn mit seinen Ketten. In gewisser Weise kann man es nachvollziehen, dass er verzweifelt und von seiner Gefangenschaft angewidert ist; er lebt immerhin angekettet wie ein Tier. Trotzdem erschüttert einen seine Brutalität, erst recht, weil er mit Alton vorher noch so nett plauderte.

Pyat Pree fand ich ja von Anfang an unheimlich. Das verstärkte sich noch, als er mittels einer duzendfachen Ausgabe seiner Selbst die Dreizehn von Qarth ermorden lässt und Dany mit diesem gruseligen Lächeln in das Haus der Undying einläd, um ihre Drachen wieder zu sehen. Das mit dem Putsch, mit dessen Hilfe er und Xaro Xhoan Daxos die alleinige Herrschaft über Qarth erlangen wollen, ist sehr geschickt in Szene gesetzt. Man erlebt das ganze wie Dany als Außenseiter und wird ins kalte Wasser geschmissen. Was? Da gibt es einen Umsturz?! Verdammt! Ich frage mich, was danach aus Qarth wurde. Ich glaube in den Büchern wird nicht so viel dazu gesagt, wenn überhaupt. Aber gibt es dazu auch Fanfictions? Würde mich interessieren. 

Tja, und dann der Schluss der Folge. Theon präsentiert den Bewohnern von Winterfell zwei zur Unkenntlichkeit verbrannte Kinderleichen und behauptet, dies seien Bran und Rickon. Maester Luwin hat keinen Anlass daran zu zweifeln und sein Schmerz über diesen Verlust ist schrecklich mit anzusehen. Um der nächsten Folge vorauszugreifen: Theon hat zwei unschuldige Bauernkinder ermordet und ihre Leichen verbrannt, damit niemand es merkt, und allein dafür hasse ich ihn so sehr. Wenn man das weiß, macht das das Ende nicht gerade besser, obwohl ich nicht mehr so bodenlos geschockt bin wie beim ersten Mal. Theon hat zwei unschuldige Kinder ermordet. Die Entsetzlichkeit dieser Tat ist nicht in Worte zu fassen. Und Theon weiß das, das verrät sein Blick am Ende der Folge.

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