Denn ich fresse nicht nur Jungfrauen!

Dienstag, 18. Oktober 2016

Game of Thrones Rewatch: S03E03: Walk of Punishment

Lord Hoster Tully, Catelyns Vater, wird zu Grabe getragen. Auch Brynden Tully, genannt Blackfish, und Edmure Tully sind anwesend, letzterer zerstreitet sich mit Robb. In King's Landing tagt der Small Council, in welchem Littlefinger beauftragt wird, Lysa Arryn auf die Seite der Lannisters zu ziehen, und Tyrion zum Master of Coins benannt wird. Letzterer hält nicht viel von seiner Rolle, da er sich ungeeignet sieht. Jaime und Brienne befinden sich noch immer in Gefangenschaft und ihre Aussichten sind alles andere als rosig. Es scheint klar zu sein, dass Brienne eine mehrfache Vergewaltigung droht. Ein Unbekannter verhilft Theon zur Flucht. Im Norden plant Mance Rayder einen Überraschungsangriff auf Castle Black. Dany geht die Verhandlungen um die Unsullied ein. Sie will alle 8000 Soldaten kaufen sowie alle sich noch in Ausbildung befindlichen Jungen. Ihr Preis ist einer ihrer Drachen.

Was für eine Folge! Sie hatte definitiv einige sehr bemerkenswerte Höhepunkte, die mir teils ausgesprochen gut gefielen. Da wäre zum einen die Szene des Small Council und die demonstrative Zurschaustellung von Macht gegenüber anderen mächtigen Personen. Tywin ist bereits da, die anderen Mitglieder kommen herein. Varys will sich mit Höflichkeiten abhalten, während Baelish an ihm vorbeizieht und sich einfach setzt. Cersei kommt zu spät und setzt sich demonstrativ zur Rechten ihren Vaters. Tyrion kommt noch später und setzt sich an die andere Stirnseite des Tisches, seinem Vater gegenüber, nachdem er quietschend einen Stuhl über den Boden zog. Die Symbolkraft dieser Szene ist einfach genial!

Dann ist da noch Hot Pie. Er bleibt in der Gaststätte, in der die Brotherhood Rast gemacht hat, da er dort eine Anstellung gefunden hat. Er hat als Abschiedsgeschenk Arya einen Kuchen in Form eines Wolfs gebacken, und ich finde diese Szene so unglaublich süß!

Im krassen Gegenzug dazu steht Cat. Sie trauert nun auch um ihren Vater, welchen sie lange Jahre nicht mehr gesehen hatte und in dessen letzten Momenten sie nicht anwesend sein konnte. Zudem glaubt sie ihre beiden jüngeren Söhne tot. Der Blackfish erinnert sie daran, dass darüber keine Gewissheit besteht und dass sie jetzt für Robb stark sein muss. Ich mag Cat nicht besonders, ich erwähnte es bereits in einem früheren Post, aber dennoch geht einem das nahe.

Und dann taucht Ramsay auf, der evil Frodo. Gut, noch weiß man es nicht, dass er Ramsay ist, noch ist er nur der unbekannte Helfer Theons mit den unglaublichen Schützenkünsten. Wie er Theons Verfolger wegsnipert, ist schon beeindruckend. Ich denke, dass das seine Leute gewesen waren, die er da getötet hat. Der eine beschimpft ihn auch unmittelbar vor seinem Ableben als: »You bastard.« Das weckt gewisse Erinnerungen an die Battle of the Bastards in Staffel 6.

Jedes Mal auf's Neue muss ich Pots Entjungferung feiern! Tyrion will ihm für seine unbezahlbaren Dienste danken, indem er ihm eine unvergleichliche Nacht mit gleich drei exzellenten Huren schenkt. Pot kommt zunächst gar nicht darauf klar und man hat schon ein wenig Mitleid mit ihm. »Brace yourself, lad!«, ruft Bron ihm auch noch hinterher. Einige Stunden später kommt Pot beschwingt wieder – und gibt Tyrion sein Geld zurück! Die Huren hätten es wohl nicht gewollt, meinte er. Daraufhin schnappt sich Tyrion Wein und drei Kelche und sie setzten sich mit Pot zusammen. Jetzt wollen sie jedes Detail wissen! Unerhört, dass ausgerechnet Pot die Huren so verzaubert, dass sie ihm die Show für lau geben! Kurz und knapp: Ich schmeiß mich jedes Mal weg vor Lachen.

Auch Dany hat einige schöne Szenen und Zitate. Sie hört sich die Ratschläge von Jorah und Ser Barristan an. Jorah will sie dazu bewegen, die Unsullied zu kaufen, weil diese nur auf Befehl plündern und brandschatzen. Barristan widerspricht und erinnert an Rhaegar und dass dessen Männer für ihn kämpften, weil sie hinter ihm standen. Darauf erwidert Jorah einen meiner Lieblingssprüche: »Rhaegar fought valiantly, Rhaegar fought nobly, Rhaegar fought honorably. And Rhaegar died.« Da ist was dran …

Dany entscheidet sich schließlich für die Unsullied. Nachdem Good Master Kraznys ihr vorrechnet, dass sie niemals genug Geld haben wird, um alle Unsullied zu kaufen, bietet sie ihm einen ihrer Drachen. Entsprechend entsetzt sind auch Jorah und Barristan und ebenso merken auch die Good Masters auf. Ein Drache, davon hat noch niemand gehört! Das ist eine ganze Armee wert. Der Handel steht, Dany schlägt die Übersetzerin und Sklavin Missandei als Geschenk oben drauf ebenfalls raus. Sie unterhält sich mit ihr darüber, warum einer der Sklaven auf dem Walk of Punishment ihr Wasserangebot ablehnte, woraufhin Missandei erklärt, dass es im Grab keine Meister gibt. »Valar morghulis.« Darauf Daenerys: »Yes, all men must die. But we are no men.«

Ein starker Spruch, keine Frage. Der beim ersten Mal beinahe untergegangen wäre über mein Entsetzen, dass Dany doch tatsächlich einen ihrer Drachen weggeben will! Unerhört! Wie kann das sein?! Das darf nicht sein! Pfui, aus! Böse!

So oder so, Dany merkt man allmählich an, dass sie zu einer Anführerin wird. Sie hat ihre Ziele und will diese auf ihren Weg erreichen. Bisher (Staffel 6) klappte das überwiegend ganz gut, will ich meinen. In Staffel 3 beginnt sie allmählich damit, ihre Stärke auf- und auszubauen. Eine Armee ist dabei der Anfang. Vor allem eine Armee zu erhalten mit quasi nichts in den Händen. Beeindruckende Biographie, keine Frage.

Mit Brienne will man hier auch nicht tauschen. Ihr wird von Jaime Vergewaltigung in Aussicht gestellt. Er rät ihr, dass sie sich nicht wehren soll, dann wird es für sie nicht ganz so schlimm. Brienne erwidert nicht ganz zu Unrecht darauf, was er davon schon weiß. Ganz ehrlich: Vergewaltigung ist für eine Frau das Schlimmste, was man ihr antun kann. Allein der Gedanke daran ist entsetzlich!

Dafür gefielen mir aber die Dialoge am Ende der Folge. Jaime rettet mit einigen cleveren Worten Brienne vor der Vergewaltigung und verweist selbst immer wieder auf seinen Vater, um auch sich selbst aus der Misere zu ziehen. Und büßt dafür seine Hand ein.

Dieser Schluss! Er ist einfach so WTF! Ich war beim ersten Mal ebenso geschockt wie Jaime über den Verlust seiner Hand. Da geht das Beil nieder, Jaime zieht den Arm weg und seine Hand bleibt liegen. WHAT THE FUCK?! Und dann der Abspann, in dem auch noch diese verrückte Countryversion von »The Bear and the Maiden Fair« spielt, die so gar nicht dazu passt. Was zum Henker?!

Verzeiht mir bitte diesen Ausbruch, aber das macht mich bis heute kirre. Und so ganz durchgestiegen, was mir das sagen soll, bin ich auch nicht. Vielleicht hat jemand von meinen Lesern einen Vorschlag?

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