Denn ich fresse nicht nur Jungfrauen!

Samstag, 14. Januar 2017

Gestrickt zum Valentinstag: Pärchenhandschuh und Buchtipp

Der Winter ist für Pärchen mitunter etwas kompliziert. Man will Händchen halten, aber die Finger sollen dabei auch nicht abfrieren. Also entweder auf das Händchenhalten verzichten oder doch Eiszapfen am Ende der Hand in Kauf nehmen. Oder man strickt sich einen Pärchenhandschuh, eine hübsche Geschenkidee zum Valentinstag, oder, wenn ihr den Valentinstag boykottiert, auch zu anderen Gelegenheiten.


Wir brauchen

Den Handschuh kann man nach Belieben variieren, davon hängt auch der Schwierigkeitsgrad ab. Man muss auf jeden Fall rundstricken können, egal ob mit Rundstricknadeln oder Nadelspiel. Außerdem braucht man entweder zwei paar Rundstricknadeln oder zwei Nadelspiele in derselben Stärke.

Für den Handschuh und die dazu gehörigen Fäustlinge braucht ihr folgende Daten:
  • Der Umfang eurer Hand an der Daumenwurzel
  • Die Länge der Hand von der Wurzel bis zur Spitze des Mittelfingers
  • Die Länge des Daumes von seiner Wurzel bis zur Spitze
  • Der Umfang des Daumens
  • Die Länge von Handwurzel bis zur Spitze des kleinen Fingers

Je nachdem, wie diese Daten ausfallen und welche Wolle ihr benutzt, muss der Maschenanschlag gestaltet werden. Üblicherweise nimmt man für Handschuhe jeglicher Art, ob Fäustling oder mit Fingern, Sockenwolle. In dem Buch, welches ich hier am Ende ebenfalls kurz vorstellen möchte, gibt es Tabellen für verschiedene Arten von Sockengarn. Um einen Kaufanreiz zu geben, möchte ich insbesondere für die Abnahmen für die Spitze von Fäustling und Daumen daher darauf verweisen ;)


Der Pärchenhandschuh

Den Handschuh beginnt man beim Stulpenteil. Dessen Länge kann beliebig variiert werden, es empfiehlt sich aber, zumindest den oberen Teil im Bündchenmuster zu stricken. Die Anzahl der angeschlagenen Maschen ergibt sich aus dem Umfang der Hand an der Daumenwurzel. Ist der erste von zwei Ärmeln gestrickt, wird der Faden ruhig etwas großzügiger abgeschnitten ohne das Gestrick abzustricken. Das Gestrick bleibt auf dem Nadelspiel oder den Rundstricknadeln und wird zur Seite gelegt. Nun wird der zweite Ärmel begonnen und bis zur selben Länge gestrickt.

Nun geht es an den eigentlichen Handschuh. Nachdem Ärmel Nr. 2 nun so lang ist wie Ärmel Nr. 1 ist, wird eine halbe Runde an Ärmel Nr. 2 gestrickt. Statt nun die Runde mit der zweiten Hälfte zu schließen, greift man nun zu Ärmel Nr. 1 und strickt die Runde in Strickrichtung dort weiter. Strickt man auf einem Nadelspiel, ergeben sich keine Probleme. Man strickt zuerst die komplette Runde von Ärmel Nr. 1 und schließt dann die erste Runde des Handschuhs, indem man auch den Rest von Ärmel Nr. 2 strickt. Strickt man auf Rundstricknadeln, muss man nach der ersten Hälfte von Ärmel Nr. 1 die zweite Hälfte der Maschen vom ersten Nadelspiel auf das zweite transferieren, ehe man die Runde zu Ende stricken kann.

Der Fanden von Ärmel Nr. 1 hängt jetzt noch lose herum. Damit sich die Maschen nicht mehr lösen, verknotet man ihn im Inneren des Handschuhs. Gleichzeitig kann man ihn nutzen, um Löcher zu verstopfen, die durch eventuell lose gewordene Maschen beim Zusammenschluss beider Ärmel entstanden sind.

Den Handschuh kann man ebenfalls nach Belieben gestalten. Hier habe ich ihn einfach glatt gestrickt. Man kann aber quasi jedes beliebige Muster stricken oder etwas aufsticken. Die Länge des Handschuhs ergibt sich aus der Länge von Handwurzel bis zum kleinen Finger, danach beginnt die Abnahme. Habt ihr beide sehr große Hände, kann dieser Abschnitt auch etwas länger ausfallen, um genügend Raum im Handschuh für die verschränkten Hände zu bieten. Im Zweifelsfall immer etwas großzügiger stricken.

Will man etwas auf den Handschuh sticken, empfiehlt es sich, damit zu beginnen, ehe man mit den Abnahmen beginnt, da man jetzt noch bequem im Inneren des Handschuhs arbeiten kann. Das ist am Ende nicht mehr möglich, da man ihn durch die beiden Ärmel nicht umstülpen kann.

Für die Abnahmen geht man wie folgt vor: Auf Höhe der Spitze des kleinen Fingers wird zunächst eine Masche rechts gestrickt, dann zweimal zwei Maschen rechts zusammen gestrickt. Nun wird im Muster bis zur Hälfte der Runde gestrickt. Die letzten fünf Maschen der ersten Hälfte werden nun wie der Beginn der Runde gestrickt, also zuerst zweimal zwei rechts zusammen gestrickt, dann die letzte Masche der ersten Hälfte rechts. Die zweite Hälfte der Runde wird ebenso wie die erste gestrickt.

Alle weiteren Abnahmen werden ebenso gestaltet. Die nächste Abnahme erfolgt in der vierten Runde nach der ersten Abnahmerunde. Danach wird zweimal in jeder rechten Runde die Abnahme gemacht, dann dreimal in jeder zweiten Runde und danach in jeder Runde die Abnahmen, bis nur noch vier Maschen auf den Nadeln sind.

Der Faden wird nun großzügig abgeschnitten und mit einer Woll- oder Stopfnadel zweimal in Strickrichtung durch die Maschen geführt. Dann werden die Nadeln herausgezogen, der Faden wird straff angezogen und mehrmals durch die Spitze des Gestrick gezogen und verknotet. Da man nun nicht mehr in das Innere des Handschuhs kommt, muss der Faden sorgfältig auf der Außenseite versteckt und gut verknotet werden.


Die Fäustlinge

Handschuhe, in diesem Fall speziell Fäustlinge, gehören wohl zu den am häufigsten gestrickten Modellen. Zu ihnen findet man im Internet zahlreiche Anleitungen für Modelle. Daher möchte ich hier eigentlich nur auf den Daumen ohne Daumenkeil eingehen, die etwas einfachere Methode, einen Daumen zu stricken.

Man strickt zuerst das Bündchen des Handschuhs, welches bis zur Handwurzel reicht. Danach strickt man von der Hand- bis zur Daumenwurzel im Muster des Handschuhs. Strickt man ohne Daumenkeil, ist es egal, ob man den Daumen für rechts und links am Anfang oder Ende der Runde ansetzt. Um die Stelle des Daumens zu markieren, nimmt man ein großzügig bemessenes Stück andersfarbigen Fadens, möglichst in derselben Stärke oder etwas dicker als der Arbeitsfaden. Nun strickt man mit diesem halb so viele Maschen, wie benötigt werden, um den Umfang des Daumens zu bilden. Danach strickt man den restlichen Handschuh mit dem Arbeitsfaden in gewünschtem Muster fort. Der Hilfsfaden wird erst einmal nicht mehr beachtet und verbleibt zunächst im Gestrick.


Bei dem Handschuh habe ich leider den Daumen zu weit oben angesetzt.

Nachdem der Fäustling fertig gestellt wurde, geht es nun an den Daumen. Dafür nimmt man die Maschen, die durch den Hilfsfaden ruhig gestellt wurden, auf entweder zwei Rundstricknadeln oder mehrere Nadeln eines Nadelspiels auf. Dadurch verdoppelt sich auch die Anzahl der Maschen, da man zunächst die Maschen aufnimmt, die zuerst mit dem Hilfsfaden gestrickt wurden, und dann jene, die in der nächsten Runde entstanden sind. Sind alle Maschen aufgenommen, wird der Hilfsfaden herausgezogen und zur Seite gelegt. So bildet sich auch das Loch für den Daumen.


Da man nun weiter mit den Maschen des Gestricks arbeitet, kann man, wenn man vorher ein Muster gestrickt hat, nun ebenfalls im Muster fortfahren. Es wird so lange gestrickt, bis die Länge des Daumens erreicht ist, dann werden die Abnahmen gemacht, um die Spitze zu formen.



Das Buch

Das Buch, das ich in diesen Bildern immer wieder zeigte, ist ein meiner Meinung nach hervorragendes Grundlagenbuch mit dem Titel »stricken – Das Standardwerk«. Fast so gut wie meine Oma, von der ich viel gelernt habe ;) Für solche, die keine so strickbegabte Oma haben, ist dieses Buch von Stephanie van der Linden allerdings Gold wert. Auf gut 350 vollgestopften Seiten geht sie auf alle nur erdenklichen Aspekte rund ums Stricken und die Wolle ein, angefangen bei den absoluten Grundlagen wie dem Arbeitsmaterial und der Beschaffenheit verschiedener Wollen, über die ersten einfachen Maschen hin zur hohen Schule und zahlreichen Verzierungsmöglichkeiten. Außerdem gibt sie zahlreiche Grundlagenanleitungen und Variationen für die häufigsten Modelle: Mützen, Socken, Handschuhe, Pullover und vieles mehr. In diesem Buch finden sich keine Anleitungen für konkrete Modelle mit speziellen Mustern oder Schnitten, dafür wird einem sehr gut erklärt das Handwerkszeug gegeben, seine eigenen Modelle zu entwerfen und selbst kreativ zu werden und die Grundlagen zu neuen Ideen zusammenzufügen.


Grundzutaten:
Schwierigkeit: Leicht fortgeschritten bis fortgeschritten
Nadeln: verschiedene, 2x  Rundstricknadeln oder 2x Nadelspiel in derselben Stärke
Wolle: verschiedene
Hilfsmaterialien: Hilfsfaden in anderer Farbe, Woll- oder Stopfnadeln


Das Buch:
Autor: Stephanie van der Linden
Titel: stricken – Das Standardwerk
Original: stricken – Das Standardwerk
Sprache: Deutsch
Reihe: Nein
Seiten: 352
Originalpreis: 29,99€
Verlag: Frechverlag
Genre: Sachbuch
ISBN: 978-3-737724-6388-4
Erscheinungsjahr: 2014

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