Denn ich fresse nicht nur Jungfrauen!

Dienstag, 28. Februar 2017

Lesemonat Februar 2017

Ich habe diesen Monat den Beschluss gefasst, eine regelmäßige Rezensionsreihe zu beginnen: die Freitagsprobe. Darin will ich mir jeden Freitag eine Leseprobe zur Brust nehmen und rezensieren. Wer weiß, was man so alles entdeckt? Ich bin für Vorschläge und Verbesserungen aller Art offen!

Außerdem habe ich mich wieder von Lovelybooks verabschiedet. Der Umgang mit Rezensionen dort sagt mir absolut nicht mehr zu. Außerdem ist mir die Community dort zu, nun, fluffig. Zu unkritisch. Genauer geht es um meine erste Freitagsprobe. Allein die Leseprobe hat mir verraten, dass das kein gutes Buch sein kann, allein in den ersten zweieinhalb Kapiteln habe ich so viele Schwächen entdeckt. Die erste Bewertung dort vor mir waren überwältigende 5 Sterne, was ich einfach vorn und hinten nicht nachvollziehen kann. Außerdem wurde ich wegen genau dieser ersten Leseprobenrezension von einer aus dem Modteam angeschrieben, dass ich die doch bitte löschen möge, Lovelybooks wolle nur Rezensionen zu Büchern. Nun, ich habe doch ein Buch rezensiert oder irre ich mich da? Ja, nun, ich hätte es ja nicht zu End gelesen. Aber angenommen, ich habe das Buch nach diesen zweieinhalb Kapiteln abgebrochen und dazu meine Meinung da gelassen, statt »Leseprobe« darüber zu schreiben. Nun, Lovelybooks wolle halt nur Rezensionen zu Büchern. Aber das ist doch Teil eines Buches! Aber es sei nicht das ganze Buch. Das sind angebrochene Bücher doch auch nicht, aber da ist es ok! So ging es stets hin und her, sinnvoll wurde es nie, und was das über die Kultur auf Lovelybooks aussagt, brauche ich hier wohl nicht deutlicher machen. Gut, wenn Leute ihre Freude daran haben: bitte. Für mich gilt: Goodreads hat genauso schöne Widgets. Tschüss, Lovelybooks.

Ansonsten habe ich meine Klausuren alle gut bis sehr gut überstanden und erfolgreich meine Hausarbeit verdrängt, sodass es mittlerweile arg eng wird mit dem Miststück. Mag daran liegen, dass mir »Das Jahr, in dem sich Kurt Cobain das Leben nahm« nicht zusagt und das Buch mich mittlerweile anödet, ich es aber minutiös für die Hausarbeit zerlegen muss. Ich kann das Wort »Adoleszenz« nicht mehr lesen!

Wer es heute noch nicht gesehen hat, kann in den vorhin erschienenen Post hinein schauen. Nebst meinem Game of Thrones Rewatch will ich monatlich einen Vergleich von Buch und Serie vornehmen und mich dabei auf die Beginne und Enden konzentrieren. Noch mehr Westeros! Außerdem mache ich dann auch endlich mal mit dem Reread weiter, das ich vor gut einem Jahr begonnen hatte.

März steht vor der Tür und alle rotieren mittlerweile wie wild, um ihre Messevorbereitungen fertig zu bekommen. Ich leg die Hufe hoch und harre der Dinge, die da kommen mögen. Es ist mitunter doch praktisch, in dieser Stadt zu studieren. Erwähnte ich eigentlich, dass ich es jedes Jahr vergesse, mir Karten für das WGT zu kaufen? Immerhin habe ich aber Karten für das Arch Enemy Konzert in einem Monat!

Erwähnte ich eigentlich schon die liebe Marmeladenoma? Auf Twitter habe ich bereits sehr von ihr geschwärmt. Hinter der Marmeladenoma verbergen sich Helga, eine freundliche ältere Dame, und ihr Enkel Janik, die zusammen einen Twitch-Channel betreiben. Jeden Samstag ab 20 Uhr liest Helga aus ihren Märchenbüchern vor, macht mit ihren Zuschauern ein paar Fragerunden und erzählt den einen oder anderen Schwank aus ihrer Jugend. Außerdem betreiben sie noch einen YouTube-Channel, wo die Streams und ein bisschen mehr gepostet werden. Wirklich, schaut unbedingt vorbei. Es ist einfach so liebenswürdig und herrlich und einfach eine der besten Ideen, die das Internet seit langem hervorgebracht hat!

Auf der Liste standen diesen Monat:
  • Brown, Dan: Inferno ❌
  • DiTerlizzi, Tony: Die Suche nach WondLa (The Search for WondLa #1) ❌
  • Eibner, Awen: Die Tiefen des Sees (Wellenflügel #1) ✔️
  • Foley, Jessie Ann: Das Jahr, in dem sich Kurt Cobain das Leben nahm ✔️
  • Haldeman, Joe: Der ewige Krieg (The Eternal War #1) ✔️
  • Melville, Hermann: Moby Dick ❌
  • Pratchett, Terry: Ab die Post ❌
  • Pratchett, Terry: Fliegende Fetzen ✔️

Gehört habe ich diesen Monat:

Lem, Stanislaw: Solaris

Es war wohl ein Fehler von mir, das als Hörbuch zu hören. Nicht, weil es langweilig oder uninteressant gewesen war. Sondern weil es mitunter sehr, sehr wissenschaftlich ist. Ich habe unfreiwillig teils einfach abgeschalten und kam besonders an den Stellen nicht mehr mit, wo er sehr ausführlich einige wissenschaftliche Aspekte von Solaris und der Forschungsgeschichte schildert. Da fiel es mit besonders schwer, der Handlung zu folgen. Ich denke, ich werde es mir noch mal als Buch ausleihen und noch einmal lesen. Denn eines steht fest: Das ist die wohl realistischste First Contact Geschichte, die mir je unterkam, und das ist auf jeden Fall etwas Gutes. Selbst der Film »Arrival« hatte da noch mehr Fiction-Elemente statt Science-Elemente, und der war schon sehr realistisch gemacht.

Gelesen habe ich diesen Monat:


Haldeman, Joe: Der ewige Krieg (The Eternal War #1)

Ich war und bin immer noch auf der Suche nach SciFi-Empfehlungen, die ich noch immer dankend annehme. Das hier war eine davon. Mich hat es unheimlich fasziniert, dem Weg des Protagonisten zu verfolgen und mit ihm auch die Entwicklung der Erde in der Zukunft. Irgendwie fragt sich ja sicher jeder von uns, was wohl die Zukunft für uns bereithält. Haldeman hat, aufbauend auf den Prognosen der Siebziger, einige Theorien angestellt, die aber nicht die unwahrscheinlichsten Szenarien durchspielen. Überbevölkerung und Hunger sind jetzt schon Probleme und werden sich in Zukunft noch verschärfen. Und das alles vor dem Hintergrund eines kosmischen Krieges gegen eine unbekannte Alienrasse mitsamt allen Problemen der Zeitdilatation und der Unbarmherzigkeit und Grausamkeit des Kriegsalltages. Der Roman gilt als Anti-Kriegsroman, aber auch die SciFi-Elemente habe mich sehr fasziniert.

Die Rezension kann man hier lesen.

Eibner, Awen: Die Tiefen des Sees (Wellenflügel #1)

Selfpublishing ist immer so eine Sache, da es leider doch recht in Verruf geraten ist und man sich schnell die Finger verbrennen kann. Ich selbst gebe dem Literaturzweig grundsätzlich zumindest eine Chance sich zu beweisen, zumal man meist durchaus im Vorfeld Schund von Zeug unterscheiden kann, das Potenzial haben könnte, kein Schund zu sein. Dieser Roman war auch im Selfpublishing erschienen und ebenfalls bisher keine literarische Offenbarung. Vor allem fehlt es nämlich an einem klaren Spannungsbogen und einem Konflikt, der diesen Namen auch verdient. Allerdings hat der Roman wirklich Potenzial, wenn an den Problemherden geschraubt wird. Dann könnte eines Tages was daraus werden.

Die Rezension kann man hier lesen.

Pratchett, Terry: Fliegende Fetzen (Scheibenwelt #21)

Auf auf zum zweiten Roman des Doppelbandes! Ich war jedoch ausgesprochen überrascht, als ich feststellen musste, dass mir dieser Roman im Gegenzug zum Ersten so gar nicht zugesagt hatte. Die drei Sterne auf Goodreads, die ich dem hier gab, formen sich aus mindestens einem Gnadenstern, weil »Terry Pratchett« darauf steht. Mit Humor ist es eben so eine Sache: Entweder er zieht oder er zieht nicht. Während ich mich bei »Schweinsgalopp« halb tot gelacht habe, konnte »Fliegende Fetzen« bei mir lediglich hin und wieder ein müdes Zucken der Mundwinkel hervorrufen. Und Probleme, der Geschichte zu folgen, hatte ich auch noch. Irgendwie passieren da ständig komische Dinge, von denen ich mich frage, warum sie passieren. Nein, der Band war leider nichts für mich. Sehr schade, denn eigentlich ist die Scheibenwelt ja so genial. Zumindest habe ich für mich den Schluss gezogen, dass ich Tod mehr abgewinnen kann, als der Wache.

Die Rezension kann man hier lesen.

Folley, Jessie Ann: Das Jahr, in dem sich Kurt Cobain das Leben nahm

Ja, das Buch schon wieder. Für die Hausarbeit nun ein zweites Mal gelesen und komplett zusammengefasst. Ich hoffe, ich muss es nicht noch einmal lesen, denn auf Goodreads habe ich die Wertung mittlerweile von drei auf zwei Sterne herabgestuft. Das Buch ist einfach mau und einige der Logiklücken sind sehr übel.

Die Rezension kann man nun hier lesen.

Haber, Karen: Tolkiens Zauber

Das hier ist eine Sammlung von Essays verschiedener Autoren rund um Tolkien. Viele berichten dabei vor allem von ihren Erlebnissen mit Tolkien: wie sie auf ihn kamen und wie er sie geprägt hat. Das ist ganz nett zu lesen, während man dasitzt, geflissentlich nickt und sich denkt: »Darin erkenne ich mich wieder.« Allerdings auch ein wenig obsolet, weil das hier wahrscheinlich ohnehin nur diejenigen lesen werden, die selbst Tolkien mögen. Interessanter sind dagegen jedoch die Autoren, die den sachlicheren Ansatz wählen und verschiedene Aspekte Tolkiens beleuchten. Besonders hervorgetan hat sich da Ursula K. Le Guin, die Tolkiens Sprache untersucht, besonders im Hinblick auf Metrum (ich wusste nicht einmal, dass es Sinn macht, auch Prosa nach einem Metrum zu untersuchen!) und die Bedeutung von Richtungen. Auf jeden Fall ausgesprochen lehrreich! Auch Terry Pratchett und Douglas A. Anderson haben mir sehr gefallen. Außerdem gibt es einige Zeichnungen John Howes, einem der bedeutsamsten Tolkien-Illustratoren, den ich selbst sehr schätze. Natürlich waren diese Zeichnungen einfach wundervoll!

Eine Rezension wird es nicht geben.

Herbert, Brian; Anderson, Kevin J.: Butlers Djihad (Der Wüstenplanet - Die Legende #1)

Ich hatte zwar eigentlich um Hard SciFi gebeten, aber der Wüstenplanet von Frank Herbert ist ja so etwas wie ein Klassiker, wenn auch ein Weltraummärchen. Dementsprechend hatte ich ein bisschen was auszusetzen, aber im großen und ganzen gefiel es mir doch. Der erste Band wirkte eher wie der Auftakt, nachdem der namensgebende Djihad erst gegen Ende eine Rolle zu spielen begann. Ich freue mich auf jeden Fall auf die nächsten Teile!

Die Rezension dazu kann man hier lesen.

Adams, Douglas: Per Anhalter durch die Galaxis #1-#5)

Ich habe die ersten beiden Bände der Reihe in einem Sammelband gelesen. Gefühlt kennt es jeder, und wenn man schon nach SciFi sucht, sollte man dazu wohl auch greifen. Habe ich getan. Weiter kam ich nicht. Es tut mir ehrlich leid, aber dieses Buch ist so gar nichts für mich. Es hat gewiss eine weitaus bessere Bewertung verdient, aber ich kann schlicht nicht. Ich komme an den Humor absolut nicht heran und überhaupt ist dieses Buch so komplett verrückt. Ehrlich: Ich weiß nicht einmal, worum es hier nun genau geht, ich hatte arge Probleme, der Handlung zu folgen. Das alles ist besonders deswegen schade, weil ich den Anfang absolut genial fand. Also wie gesagt: Für Leute, die mit dieser Art von Humor und gerade der völlig verrückten Handlung klar kommen, ist das sicher großartig. Aber leider, leider nicht für mich. Schade!

Eine Rezension wird es dazu nicht geben.

Dick, Philip K.: Blade Runner

Wow. Okay. Das war mal ein interessantes Buch. Es arbeitet noch lange in einem, nachdem man es schon längst beendet hat. Ich bin ehrlich gesagt nicht sicher, ob ich völlig durchgestiegen bin, was alle Einzelheiten angeht, aber die Kernfrage ist klar: Was macht uns zu Menschen und unterscheidet uns von einer KI? Gibt es da überhaupt einen Unterschied? Der Roman ist nicht das beste, was ich jemals gelesen habe, er stellt aber auf jeden Fall spannende Fragen und verleitet zu ebenso spannenden Gedankengängen.

Die Rezension dazu kann man hier lesen.

Dick, Philip K.: Ubik

Nun, was soll man sagen? Ich fand dieses Buch ehrlich gesagt sehr verwirrend. Das war zum Teil im Sinn des Autors, aber ich denke nicht, dass er in diesem Maße verwirren wollte. Irgendwann war mir schon klar, was da gerade passiert, aber warum das ganze passiert, habe ich nicht voll verstanden. Das liegt zum Teil auch daran, dass diese speziellen Fähigkeiten der Leute für mein Dafürhalten nicht ordentlich genug eingeführt wurden. Mit den Protagonisten selbst hatte ich auch nicht so viel anfangen können, sie wirken so austauschbar auf mich. Schade. Ubik wirkt schwächer als das vorherige Buch.

Die Rezension kann man hier lesen.


Die Statistik
  • StuB zu Beginn des Monats: 69 Bücher
  • StuB am Ende des Monats: 69 Bücher
  • Neuzuwachs: 2 Bücher
  • Gelesen: 10 Bücher
  • Gelesene Seiten: 3404 Seiten

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