Denn ich fresse nicht nur Jungfrauen!

Montag, 13. März 2017

Game of Thrones Rewatch: S06E04: Book of the Stranger

Sansa Stark erreicht Castle Black und trifft nach langer Zeit ihren Bruder Jon wieder. Sie versucht ihn zu überreden, gegen die Boltons auszuziehen, doch er weigert sich zunächst. Dann erreicht sie ein Brief Ramsays, in dem er ihnen mitteilt, dass der Rickon hat, und ankündigt, was er mit ihm vorhat. Osha versucht derweil, Ramsay für sich einzunehmen, um ihn hinterrücks zu erstechen. Er kommt ihr jedoch zuvor und tötet sie. Littlefinger nimmt Robin Arryn mehr und mehr für sich ein und bringt ihn dazu, alles zu tun, was er will. Das heißt, dass er eine Armee der Lords of the Vale nach Winterfell entsenden will, um Sansa zu befreien. Cersei kann die Aufmerksamkeit Olennas und Kevans gewinnen, und sie verbünden sich gegen den High Sparrow. Dieser lässt Margaery zu Loras. Sie gibt ihrem Bruder ein, stark zu sein und weiterhin Widerstand zu leisten, Loras wirkt jedoch gebrochen. Tyrion macht sich unbeliebt, indem er die Good Masters nach Meereen einläd und mit ihnen ein Abkommen trifft, die Sklaverei innerhalb von sieben Jahren zu beenden, dafür aber für die Verluste entschädigt zu werden. Jorah und Daario schleichen sich in Vaes Dothrak ein und treffen dort auf Daenerys. Sie erzählt ihnen von ihrem Plan. Während des Khalar vezhven, des Treffens der Khal, bei welchem über Daenerys entschieden werden soll, lässt sie von Jorah und Daario die Türen verriegeln und brennt den Dosh Khaleen nieder. Alle Khals sterben, doch sie tritt unversehrt aus den Flammen. Sämtliche Dothraki knien vor ihr nieder.


Stark Reunion! Das sind doch eh die besten, oder nicht? Hat ja nur sechs Staffeln gedauert. Ich meine, sämtliche Stark-Kinder haben sich seit der ersten Staffel nicht mehr gesehen, nur Bran und Rickon trennten sich erst in der zweiten. Das sind lange, lange Jahre gewesen. Aber es tut so gut, auch einmal so etwas in der Serie sehen zu dürfen.

Littlefinger, die Schlange. Der hat Robin so perfekt in der Hand, dass er ihn alles machen lassen kann, was er will. Robin würde seinen besten Mann hinrichten lassen, würde Littlefinger es ihm eingeben. Wenn das nicht böse endet in einer der kommenden Folgen … Vielleicht liegt es an dem Wort »Schlange«, aber ich habe gerade Gríma vor Augen, wobei Gríma Saruman hinter sich hatte und nicht völlig von sich aus agierte.

Tyrion macht sich gehörig unbeliebt, indem er die Good Masters einläd und mit ihnen verhandelt. Ich denke durchaus, dass seine Ideen gut sind. Daenerys wollte ein Jahrtausende altes System über Nacht völlig ausradieren. Das kann nicht klappen und klappte auch tatsächlich nicht. Tyrion will dieses System ebenfalls beenden, jedoch nicht über Nacht, sondern stückweise. Sein Plan ist insofern gut, als dass er keine Hauruck Aktion daraus machen will. Sein Plan ist insofern anzuzweifeln, als dass anzuzweifeln ist, ob er die Masters wirklich so gut versteht, wie er vorgibt. Missandei und Grey Worm geben berechtigt Widerworte, dass sie in einer wesentlich besseren Position sind, die Masters zu verstehen, als er. Wer sagt, dass die Masters wirklich einsehen, dass Tyrion ihnen die profitablere Option anbietet? Wer sagt, dass sie sich in den sieben Jahren wirklich an die Vereinbarung halten? Tyrions Weg ist gut, aber seine Durchführbarkeit ist anzuzweifeln.

Apropos: Wer wird Daenerys‘ Drachen reiten? Das ist auch so eine Frage, die das Fandom seit Jahren beschäftigt. Sie reitet Drogon, das ist klar. Aber werden auch die anderen beiden geritten und wenn ja von wem? Tyrion erscheint mir in der Serie auf jeden Fall eine gute Wahl. Die anderen? Hmmm … Daario, Jorah, Grey Worm und Missandei stehen zur Auswahl, und ich halte auch Missandei für durchaus eine Möglichkeit. Auch sie ist eine Kämpfernatur, auf ihre Weise.

Der High Sparrow bringt eine Menge Leute gegen sich auf, so sehr sogar, dass Feinde zu Verbündeten werden. Ich mag die Szene beim Rat, in der Cersei und Jaime endlich Kevan und Olenna für sich gewinnen können und sie gemeinsame Sache machen. Im Hintergrund läuft eine Variation der Rains of Castamere, was die ohnehin gewichtigen Worte noch einmal viel mehr in Szene setzt. Das ganze bekommt eine gewisse Dramatik, immerhin planen sie quasi einen Staatsstreich.

Osha wird einfach so aus dem Weg geräumt. Es ist ein typischer Ramsay, wie er sie wie nebenbei absticht und dann seinen Apfel gemütlich weiter isst. Aber es macht mich dennoch wütend, wie nebensächlich Osha in der Serie aus dem Weg geräumt wird. Sie hatte in den ersten beiden Staffeln eine beachtenswerte Rolle, taucht dann in Staffel 6 mal kurz wieder auf und wird auch sogleich wieder daraus verbannt, als sei sie nie da gewesen und hätte nie eine nennenswerte Rolle inne gehabt. Das hat mir echt nicht gefallen.

Dafür zeichnet sich ein neues OTP ab: Brienne und Tormund. Da ist es echt schwer, sich zu entscheiden: Tormund oder Jaime? Brienne jedenfalls scheint Tormund nicht wirklich zu mögen. Schade … Dass sie jetzt jedoch auf Ser Davos und vor allem Melisandre getroffen ist, macht die Sache sehr interessant.

Die letzte Einstellung der Serie ist Daenerys, wie sie ihre Magie aus dem Staffelfinale der ersten Serie beziehungsweise dem Ende des Buches widerholt: Sie tritt unversehrt aus einem Inferno. Ich mag ihre Rede, die sie vor den Khals hält. Ich mag das nachfolgende immer weniger, je länger ich darüber nachdenke. 

Ich hatte schon beim ersten Schauen meine Probleme damit, da es so gekünstelt und steif wirkt, wie sie die Feuerschalen umstößt. Das ist das eine. Das andere ist, dass Martin bestätigte, dass Drogos Scheiterhaufen ein einmaliges Ereignis war. Dort war besondere Magie am Werk. Targaryens haben eine höhere Resistenz gegenüber Hitze, weshalb Daenerys ganz zu Anfang der Serie in ein heißes Bad gehen konnte und es sogar mochte, während das Wasser für alle anderen zu heiß gewesen wäre. Targaryens sind jedoch nicht völlig immun gegenüber Feuer. Es ist im Prinzip dasselbe Argument, das ich auch bei Tauriel und Kíli habe: Das wiederholte in Szene Setzen eines einmaligen, ganz besonderen Ereignisses (Legolas‘ und Gimlis Freundschaft beziehungsweise Daenerys, die die Flammen eines riesigen Scheiterhaufens unversehrt übersteht) entwertet das Ereignis, statt es zu erhöhen, da es zu etwas verkommt, das scheinbar immer wieder passieren kann, sodass nichts Außergewöhnliches mehr daran ist. Wenn Daenerys immer durch Feuer gehen kann, wenn sie will, macht Drogos Bestattung einfach im Nachhinein wesentlich weniger Eindruck, als es mal gewesen war.

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