Denn ich fresse nicht nur Jungfrauen!

Mittwoch, 15. März 2017

Game of Thrones Rewatch: S06E10: The Winds of Winter

Cerseis und Loras‘ Trial steht an, doch weder Cersei noch der König erscheinen. Margaery schöpft Verdacht und will alle aus der Sept of Baelor schicken, doch die Faith Militant verhindern es. Lancel wird geschickt, um die Königin zu holen. Dabei wird er von einem Kind entdeckt, das ihn in ein unterirdisches Lager lockt. Er wird niedergestochen und kann nur noch krauchen. Dabei entdeckt er, dass das Lager voll mit Fildfire ist. Drei Kerzen brennen in einer Lache des Öls. Er kann die Kerzen nicht rechtzeitig löschen und das Öl entzündet sich. Die gesamte Sept explodiert und das Feuer tötet alle in weitem Umkreis. Cersei sieht dem Spektakel zufrieden von der Red Keep aus zu, doch Tommen verzweifelt darüber so sehr, dass er sich in den Tod stürzt. Cersei wird als seine Nachfolgerin zur ersten Königin von Westeros gekrönt. Jon und Sansa haben Winterfell zurückerobert. Sie geben sich ein Versprechen, sich stets vertrauen zu können, da Sansa sich dafür entschuldigt, bezüglich Littlefinger nicht ganz ehrlich gewesen zu sein. Selbiger versucht sich erneut Sansa zu nähern und erzählt ihr von seinem Traum mit ihm auf dem Eisernen Thron mit ihr an seiner Seite, doch sie weist ihn ab. Die Herren de Nordens beraten, wie sie weiter vorgehen sollen. Viele sind zunächst dafür, sich zu ihren Festungen zurückzuziehen, da der Winter gekommen ist, um den Sturm abzuwarten. Jon erinnert sie, dass der wahre Krieg der Große ist, der ihnen bevorsteht, und ihr Feind den Winter mit sich bringt. Auf Lady Mormonts Worte hin schwören sich die Herren des Nordens auf Jon ein und erheben ihn zum König im Norden. Bran verabschiedet sich von Benjen, da dieser die Mauer aufgrund ihrer abwehrenden Magie nicht überwinden kann. Bran hat erneut eine Vision der Vergangenheit, in der er seinem Vater in den Tower of Joy folgt. Dort findet Ned seine Schwester im Kindsbett sterbend vor. Sie reicht ihm ihren Sohn, welcher sich als Jon Snow herausstellt. Sam erreicht mit Gilly Oldtown und betritt die Citadel. Er wird vor die Maester geladen und darf die Bibliothek besehen. Um Oldtown herum kreisen riesige Schwärme weißer Raben, welche in alle sieben Königslande ausgeschickt werden, um die Nachricht zu verkünden, dass der Winter gekommen ist. Davons konfrontiert Melisandre mit ihren Gräueltaten und zwingt sie, Jon zu erzählen, was sie getan hat. Jon schickt sie in den Süden, sollte sie jemals wieder in den Norden kommen, so ist sie zu Tode verurteilt. Arya schleicht sich in Walder Freys Festung ein und ermordet ihn, nachdem sie ihm seine Söhne in einer Pastete vorgesetzt hat. Varys trifft sich in Dorne mit den Snadsnakes und Lady Tyrell, um diese für Daenerys zu gewinnen. Daenerys schickt indess Daario von ihrer Seite, damit er in Meereen bleibt, um die Stadt zu sichern und den Frieden zu wahren. Sie erklärt Tyrion zur Hand of the Queen und versammelt ihre Flotte, um ihren Weg nach Westeros anzutreten.


Das erste, was an dieser Folge auffällt, sind Cerseis umwerfende Kostüme. Schwarz, da sie um ihren Sohn trauert, aber die Metall Aplikationen imitieren dennoch eine Rüstung, als wäre auch sie eine Kriegerin, eine Löwin, die um das kämpft, was sie begehrt. Bis auf’s Blut. Das zweite ist die unglaublich phänomenale Orchestrierung. Es haut einen einfach um und ist Gänsehaut pur. Gerade der Anfang der Folge ist so unglaublich genial inszeniert, der Rest nicht minder; eine der bestinszeniertesten Folgen der ganzen Serie! Die Musik, die Bilder, die Dialoge, einfach alles. Und wenn man erst einmal versteht, was Cersei plant … Oh Gott, Cersei, nein! Tu es nicht! Ich schreie fast den Bildschirm an, dass sie es nicht tun soll. Obgleich es ein genialer Streich ist, all ihre Gegenspieler mit einem Schlag vernichtet. Und mit ihnen die halbe Stadt und die andere Hälfte hasst sie. Wenn nicht Daenerys sie zu Asche verbrennt, wird Cersei von der Stadtbevölkerung entthront werden. Lange wird sie sich nicht halten können, das ist sicher.

Das ändert jedoch nichts daran, dass die Inszenierung absolut unter die Haut geht. Die Musik bleibt noch viel mehr im Ohr als die Rains of Castamere.

Wie man plötzlich selbst mit Lancel bangt, ob er es schaffen wird. Und zuvor auch Loras, wie er sein Haus quasi dem Untergang weiht, als er als Alleinerbe seinen Namen als Tyrell ablegt. Oder die Kinder, die Pycelle niederstechen. Kinder, die morden … Was hat Cersei nur getan?

Zugegeben, mit Unella bangt man nicht, da ist man dann doch eher auf Cerseis Seite. Ein bisschen jedenfalls. Schon … nett, wie sie ihre Pein zurückzahlt. Shame … Shame … Shame …

Und dann Tommen. In seinen letzten Augenblicken schweigt die Musik, die Kammera ist still aus dem Fenster und auf die rauchende Ruine in der Ferne gerichtet. Er legt seine Krone ab, dann springt er ohne ein weiteres Wort oder auch nur einen Schrei. Im Hintergrund hört man Frey sagen, ehe zu ihm übergeblendet wird: »For House Lannister.« Welch Ironie.

Wir erinnern uns: Ganz zu Anfang von Staffel zwei flogen schon einmal weiße Raben aus und kündigten den Winter an. Warum tun sie das jetzt erneut? Ist es Absicht, dass sie ausfliegen, wenn sie Winter ankündigen, und noch einmal, wenn sie die Ankunft des Winter verkünden oder ist das einfach ein Filmfehler? Nur welch Ironie, dass die Raben auch nach Winterfell fliegen, während der Schnee da schon meterhoch liegt.

»Winter is here.«

Sam bekommt die Bibliothek von Oldtown zu sehen, ein phänomenaler Anblick; die Lampen dort haben übrigens die Gestalt der Sonne aus dem Intro. Die erste Hürde, die er dafür nehmen muss, ist der Tresenmann am Eingang und fast fragt man sich, ob der Night King nicht eine kleinere Hürde wäre … Der Tresenmann ist wirklich sehr auf die Formalitäten bedacht. Ich bin auf die folgenden Staffeln gespannt, was das noch wird mit ihm!

Der arme Davos musste erfahren, was mit Shireen passiert ist, dem Kind, das er so sehr liebte, als wäre es sein eigenes. Melisandre scheint es selbst zutiefst zu bereuen, doch das entschuldigt nichts. Es wäre nicht schlau, sie zu töten, nein. Jon braucht sie noch, da bin ich mir sicher. Sie wegzuschicken, ist daher wahrscheinlich auch keine gute Idee. Sie hinterher zu bestrafen, wäre das Beste, denn eine Strafe verdient sie, doch noch ist sie von großem Nutzen.

Varys entwickelt Fähigkeiten zum Porten, scheint es. Erst erscheint er im »We have no cock and we hate Cersei«-Club und dann ist er plötzlich wieder bei Daenerys. Na, ich weiß ja nicht. Immerhin hat sie jetzt wirklich Unterstützer in Westeros.

»And what is my heart’s desire?«, fragt Olenna auf ihre übliche herrliche Art.
»Vengeance. Justice«, erklärt Elaria.
Varys erscheint: »Fire and Blood.« Das sind die Worte, die wir hören wollen.

Daenerys spricht mit Tyrion über Daario, denn es war wohl doch seine Idee, auch wenn sie es vor Daario abgestritten hat. Es ist bemerkenswert, dass sie meinte, kein Bedauern dabei gespürt zu haben, eigentlich sogar gar nichts. Sie scheint so sehr in ihrer Rolle als Königin aufzugehen, dass sie sich selbst kein persönliches Begehren mehr zu erlauben scheint.

»Are you afraid?«, fragt Tyrion sie, worauf sie nickt. »Good. You are in the Great Game now, and the Great Game is terrifying.« Das Spiel der Throne ist noch lange nicht gewonnen und wird nun hitziger denn je.

Fast schon wie nebenbei erleben wir Aryas Rache. Sie macht ihre Worte wahr und arbeitet weiterhin ihre Liste ab. Ganz oben auf dieser Liste steht Walder Frey. Noch so ein befriedigendes Ende, auch wenn es nicht an das von Joffrey und Ramsay herankommt.

Nun wird allmählich das Lied von Eis und Feuer angestimmt. Im Norden wird Jon Snow, der White Wolf (hallo, Geralt), zum König im Norden ausgerufen und ein eisiger Sturm aus dem Norden rollt auf King’s Landing hinzu. Aus dem Süden nähert sich Daenerys der Stadt, um Blut und Feuer über sie zu bringen.

Und dann wird auch noch eine weitere Fantheorie bestätigt: Jon ist Lyannas Sohn. Damit ist er immer noch ein Stark Bastard. Das viel spannendere daran ist, dass es naheliegt, dass er der Bastards Rhaegars ist, womit er ein Targaryen ist und Daenerys‘ Neffe. Martin verriet bereits, dass das Ende von A Song of Ice and Fire ein bittersüßes wird. Ich glaube nicht, dass »Jon und Daenerys heiraten und regieren zusammen mit Tyrion und den Drachen über Westeros« unter »bitterüß« fällt, aber es wäre so schön. Wir wollen das doch alle, oder?! Wobei, wenn wir ehrlich sind, nur Lyannas Mutterschaft recht sicher bestätigt wurde. Dass er Rhaegars Sohn ist, ist naheliegend, aber nicht bestätigt. (Mir egal, ich glaube dennoch daran.)

Während Cersei ihre Krone erhält, hält Lady Mormont eine feurige Rede und erklärt Jon zu ihrem König. Die Kleine ist einfach super! Und wir haben wieder einen König im Norden! Ha! Möge er länger und besser regieren als sein Vorgänger …


Zu weiteren Vorgehen
Das Rewatch ist an dieser Stelle erst einmal beendet. Genauer: pausiert. Wir haben ja noch zwei Staffeln. Üblicherweise schaue ich die Folgen das erste Mal immer wenige Stunden nach Erscheinen, möglichst gleich zum Frühstück. Ich bin halt nicht lernfähig, auch nach Oberyns Tod und all den anderen Dingen nicht … Damit bin ich häufig vielen Leuten voraus. Die Rewatches spoilern immer sehr stark für solche, die die betreffenden Folgen nicht gesehen haben. Das habe ich bei den bisherigen Posts nie extra vermerkt, da selbst die sechste Staffel fast ein Jahr alt ist und die meisten das bereits kennen werden. Bei den nächsten werde ich es aber sicherheitshalber stets vermerken. Um nicht alle sogleich zu spoilern, werde ich die Posts auch nicht gleich schreiben, wenn ich die Folgen das erste Mal gesehen habe, sondern einige Tage versetzt, wahrscheinlich am darauffolgenden Wochenende; die Folgen erscheinen immer Sonntag abends, ich schaue sie üblicherweise am Montag, die weiteren Rewatches würden also zwischen Freitag und Sonntag erscheinen. Am 16.7. wird es weitergehen; außerdem soll Ed Sheeran eine Gastrolle bekommen, wie es heißt. Leute witzeln schon, dass er den Sohn von Tormund und Brienne spielt. Passt doch, finde ich. Nun ja, jedenfalls käme, wenn mir nichts dazwischen kommt, der nächste Post zwischen dem 21. und 23.7. Bis dahin, seven blessings and remember: The internet is dark and full of spoilers.

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