Denn ich fresse nicht nur Jungfrauen!

Sonntag, 23. April 2017

Rezension: Die Perelandra-Trilogie von C.S. Lewis

Was wäre, wenn die christlichen Werte auch im Weltall bei uns fremden Zivilisationen gelten würden? Und was würde passieren, wenn sie plötzlich nicht mehr gelten würden? Wären dann alle Zivilisationen bedroht? Diesen und vielen anderen Fragen stellt sich C.S. Lewis, der Schöpfer Narnias und einer der einflussreichsten christlichen Autoren der Phantastik, in seiner Perelandra-Trilogie.

Ganz plötzlich wird der Philologe und Professor Ransom entführt. Zunächst weiß er gar nicht, wie ihm geschieht, doch dann versteht er, dass er sich auf einem Raumschiff befindet und zu einem fremden Planeten verschleppt wird. Nachdem er seinen Entführern entkommen konnte, schließt er Bekanntschaft mit den Ureinwohnern des Mars. Schnell muss er aber erkennen, dass er zum Mittelpunkt eines kosmischen Konflikts zwischen Gut und Böse wird, der über das Schicksal vieler Welten entscheiden wird.


Mir fällt es sehr schwer, dieses Buch zu rezensieren. Ich habe es nach 547 Seiten abgebrochen, und viele der Gründe, warum ich das tat, haben nicht einmal etwas mit dem Buch an sich zu tun. Das Buch ist gut, daran besteht kein Zweifel, in vielerlei Hinsicht auch wegweisend und bedeutend. Aber es gab einfach ein paar außerliterarische Entwicklungen in meinem Umfeld in der Zeit, in der ich das Buch las und auf die ich nicht näher eingehen möchte, die mich dazu veranlassten, das Buch beiseite zu legen und vorerst doch bei Lewis‘ Kinderbibel zu bleiben.

Wer dieses Buch lesen möchte, sollte sich bewusst sein, dass es sehr bald sehr stark theologische Züge annehmen wird. Das ist keine Wertung, es ist einfach so. Da sowohl Lewis als auch sein Protagonist Philologen waren, spielt auch das vor allem zu Beginn eine große Rolle. Das hat mir persönlich sehr zugesagt und mir viel Freude beim Lesen bereitet, kann aber andere, weniger linguistisch interessierte Leser vielleicht ermüden, so wie mich die Theologie ermüdete.

Ja, mitunter fand ich es ziemlich anstrengend, seitenweise Diskurse über den biblischen Sündenfall der Menschheit zu lesen und warum es eben doch nicht gut war, dass Eva vom Apfel nahm. Ehrlich gesagt habe ich vieles davon auch überblättert.

Ziemlich spannend war jedoch der Twist am Ende des ersten Bandes. Auf Twitter wurde die Vermutung geäußert, dass es sich bei Ransom um eine Hommage an Tolkien handelt, was durchaus möglich wäre, da der Erzähler des Romans Lewis heißt. Außerdem deutet der Autor Lewis im Vorwort zum Dritten an, dass er darin einige Anlehnungen an die damals noch unveröffentlichten Schriften Tolkiens gemacht hatte, die sie sich bei den Inklings gegenseitig vortrugen.

Ehrlich gesagt bedauerte ich es sehr, dass vieles so kam, wie es kam, und ich vorläufig nicht erfahre, was es mit Numinor in der Perelandra-Trilogie auf sich hat, aber dieses Buch ist ohnehin eher aufgeschoben als final abgebrochen. Vielleicht, wenn einiges wieder besser läuft …

Fast schon niedlich zu lesen ist, wie sich Lewis den Weltraum und Reisen darin vorstellte. Natürlich aus seiner damaligen Sicht absolut nachzuvollziehen, vielleicht sogar sehr futuristisch. Für uns heutzutage wirkt das eher unbedarft, aber, wie ich finde, auch irgendwie niedlich und herzallerliebst.

Das Buch ist fast schon eher als theologischer Diskurs im Mantel der Phantastik anzusehen, denn insbesondere die ersten beiden Bände haben vergleichsweise wenig Handlung und dafür umso mehr Dialog. Darauf muss man sich einlassen. Tut man das aber (und hat mehr Glück als ich mit dem Umfeld, in dem man das Buch liest), wird man sicher eine Menge daraus mitnehmen können. Auch wenn ich es nicht beendet habe, empfehle ich das Buch weiter.


Autor: C.S. Lewis
Titel: Die Perelandra-Trilogie
Sprache: Deutsch
Übersetzung: Hans Steinacker
Reihe: 1-3
Seiten: 992
Originalpreis: 16,95€
Verlag: Brendow
Genre: Science-Fiction
ISBN: 978-3-86506-346-5
Erscheinungsjahr: 2011

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