Die Leere ist nicht leer
Robert Corvus liest auf der Leipziger Buchmesse aus seinem Science
Fiction Roman »Feuer der Leere«.
Deutsche Pünktlichkeit wird heute anscheinend groß geschrieben.
Bereits einige Minuten vor Beginn der Lesung findet sich der Autor Robert
Corvus auf der Leseinsel Fantasy ein, um seinen neuesten Roman »Feuer der
Leere« zu präsentieren. Da sich die Reihen nach und nach füllen, nutzt er die
Zeit, um noch ein paar potenzielle Zuhörer mehr abzugreifen, die gespannt die
Leseinsel bevölkern, um sich von ihm in die Leere des Weltalls entführen zu
lassen. Nur die Moderation wird schmerzlich vermisst; dieses Jahr sind ein paar
Dinge anders auf der Leseinsel Fantasy. Aber: Selbst ist der Autor, also
kündigt man sich selbst an.
In Corvus' Roman reisen die Reste der Menschheit der Erde
beraubt mit Raumschiffen durch das All. Die ehrfurchtgebietende Leere, die dort
herrscht, hat eine eigene Religion hervorgebracht, deren Anhänger sich in Demut
vor der Gewaltigkeit des Nichts im Weltall üben. Auch wenn die Atome unseres
Körpers zu großen Teilen aus Nichts bestehen, kann man von Leere auf der
Leseinsel schon am Messefreitag nicht reden. Sicher sind viele dabei, die vor
allem wegen der anschließenden Lesung Kai Meyers anwesend sind, aber wenn sie
die Ohren aufsperren, werden sie einiges darüber lernen, wie es ist, im Weltall
zu sterben.

