CN ableistische Sprache für den
ganzen Beitrag
Und vor allem ist weitaus mehr
ableistisch, als den meisten überhaupt bewusst ist. Zum Jahr 2020
hin nahm ich mir den Vorsatz, ableistische Sprache zu benennen,
sobald ich sie sehe, und habe es auch erstaunlicherweise seitdem
relativ gut durchgezogen. Manche reagieren daraufhin mit
Einverständnis und bedanken sich, dass ich sie darauf hinwies, die
meisten reagieren jedoch mit Ablehnung und die ganz besonderen
Spaßvögel machen natürlich fröhlich weiter. An diese Leute werde
zumindest ich auch niemals herankommen, weil mir das zu viel Arbeit
ist, mich mit denen weiter auseinanderzusetzen, aber ich lebe in der
Hoffnung, dass immer irgendwer mitliest und anfängt umzudenken. Und
hinter jeder Person, die den Mund aufmacht, stehen Dutzende, die sich
das aus verschiedensten Gründen nicht getraut haben, die sich
dadurch vielleicht aber bestärkt fühlen.
Üblicherweise benenne ich
Ableismus in einer Form von »Ich gebe dir prinzipiell Recht in
deinem Argument, aber du verwendest an dieser Stelle ableistische
Sprache« oder einfach »Dies ist ableistische Sprache«. Es ist
verständlich, dass die meisten daraufhin erst einmal mit Ablehnung
reagieren, weil der überwiegende Teil hört, ich hätte gesagt: »Du
bist ableistisch.« Was, wenn man sich das mal genauer ansieht, gar
nicht der Fall ist. Denn die meisten von uns haben Ableismus,
Rassismus, Sexismus, Queerfeindlichkeit und andere Ismen
verinnerlicht, ohne sich dem bewusst zu sein. Ich glaube den
allermeisten, dass sie nichts Böses wollen, wenn sie ableistische
Sprache reproduzieren. Umso wichtiger ist es, sich den verinnerlichen
Ismen bewusst zu werden und aktiv umzulernen. Die Betonung liegt auf
lernen, denn es ist ein Lernprozess, der nicht von heute auf Morgen
passiert. Es werden immer wieder Fehler passieren, auch mir, und
keiner ist perfekt. Das wichtige ist, aber am Ball zu bleiben und
weiterhin lernwillig zu sein.
Die folgende Liste hat weder eine
bestimmte Ordnung noch einen Anspruch auf Vollständigkeit und ich
werde sie mit Sicherheit auch immer mal wieder ergänzen, wenn ich
doch noch etwas finde, das mir durch die Finger ging. Für einige
Begriffe gibt es angemessene Substitute, andere wiederum sollte eins
einfach grundsätzlich nicht verwenden. Im Allgemeinen gilt:
Beleidigungen sind per se ein wunderbares Sprachfeld, so lange sie
nicht zu Lasten anderer Bevölkerungsgruppen gehen. Werdet kreativ
und nennt den nächsten Leerdenker und Maskenverweigerer (an dieser
Stelle wählte ich bewusst das Maskulin) doch einfach ein
durchgeweichtes Toastbrot oder greift auf die gut alte Liste der
Pilznamen zurück. Wie wäre es mit einem Stinkenden Schleimkopf oder
einer Großen Gallertträne?