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Freitag, 4. Mai 2018

Rezension: Ready Player One von Ernest Cline


Die 80er Jahre sind eine legendäre Epoche der Popkultur. Comics, Filme, Bücher und Musik sprossen wie wild – und auch die Videospiele nahmen so richtig Fahrt auf. In seinem Science Fiction Roman »Ready Player One« widmet sich Ernest Cline genau dieser Zeit.

In der nahen Zukunft sieht die Realität auf der Erde nicht rosig aus. Energieknappheit und Nahrungsmangel haben die Zivilisation zugrunde gerichtet und jetzt geht es eigentlich nur doch darum, irgendwie zu überleben. Wie verlockend es da scheint, in die virtuelle Realität der OASIS abtauchen zu können, ein MMO, das von James Halliday entwickelt wurde. Kurz vor seinem Tod baute er jedoch ein Easter Egg in das Spiel ein und vermachte der Welt als Todesbotschaft, dass derjenige, der sein Easter Egg finden würde, sein gesamtes beachtliches Vermögen und die OASIS erben würde. Wadde Watts mit seinem Avatar Pazival ist einer der zahlreichen Jäger, die verbissen nach dem Easter Egg suchen und dabei gegen die korrupte Firma IOI antreten.

 
Der Roman hat zwei Handlungsebenen: einmal jene in der OASIS, die voll von Magie und Science Fiction und der geballten Ladung Popkultur der 80er ist, und zum anderen die in der wirklichen Welt, in der Wade Watts (von mir auch Wait What genannt) lebt. Das Buch ist ein richtiges Fest für Nerds, gleichzeitig aber auch mit einer tollen Botschaft versehen.

Wade findet in der OASIS Freunde für’s Leben, während seine Wirklichkeit außerhalb der OASIS ziemlich trist aussieht. Er hat agoraphobische Züge und außerhalb der OASIS keinerlei soziale Kontakte. In der OASIS aber ist es möglich, ein komplett anderes Leben zu führen und damit auch Kontakte zu anderen Spielern frei von jeglichen Vorurteilen, Rassismus, Homophobie ect. zu knüpfen. Das ist natürlich auch für die Menschen, die von solchen Stigmata betroffen sind, ein Segen, da sie in der Anonymität der OASIS jede beliebige Identität annehmen können.

So toll das auch ist, so geht doch nichts über soziale Kontakte in der realen Welt. Parzival schwärmt seit Ewigkeiten Art3mis hinterher, einer weiteren Jägerin, doch lange Zeit kennt er sie nur über die OASIS und somit nicht die wirklich Person hinter dem Avatar. Es könnte ja auch ein pickeliger fetter Mittdreißiger sein, dem der Avatar Art3mis gehört …

Ein bisschen gibt das Buch auch zu denken. Sämtliche Akteure gehen voll in einem Onlinespiel auf und leben förmlich dafür – und sterben sogar dafür. Ja, sterben. IOI schreckt auch nicht vor kriminellen Taten zurück, um die Herrschaft über die OASIS und damit eine enorme wirtschaftliche Goldgrube zu ergaunern. Es ist ein Videospiel! Da sollte man nicht sein ganzes Leben darum herum aufbauen und schon gar nicht sollte man Leuten in der wirklichen Welt dafür schaden. Umso wichtiger ist daher, dass am Ende betont wird, dass es eben »nur« ein Videospiel ist trotz seiner guten Eigenschaften, völlig vorurteilsfrei soziale Kontakte knüpfen zu können.

Das ganze Drumherum des Buches, die Paratexte, sind auf diesen 80er Jahre Stil abgestimmt. So gibt es zum Beispiel im Buch keine Teile sondern Level und das Cover ziert Pacman und es hat einen Pixellook, was supercool aussieht.

»Ready Player One« ist auf jeden Fall eine Empfehlung. Leser, die mit der Kultur der 80er vertraut sind, werden ein wahres Fest an Anspielungen und Referenzen vorfinden. Aber auch darüber hinaus kann das Buch sehr viel Freude bereiten, und gerade Lesern, die auch nur ein wenig spieleaffin sind, ist es sehr ans Herz gelegt.


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Reiheninformation
Autor: Ernest Cline
Titel: Ready Player One
Sprache: Deutsch
Übersetzung: Hannes & Sara Riffel
Reihe: Nein
Seiten: 510
Originalpreis: 19,99€
Verlag: Penhaligon
Genre: Science Fiction
ISBN: 978-3-7645-3090-7
Erscheinungsjahr: 2011

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