Denn ich fresse nicht nur Jungfrauen!

Samstag, 20. April 2019

Rezension: Berg der Macht (Berg der Macht #1) von Robert Corvus

© und Quelle: Verlag
»Berg der Macht«, so lautet der Titel des neuen Reihenauftakts von Robert Corvus. Dass es ein Reihentitel war, erschloss sich mir zwar erst während des Lesens, aber das sei zunächst dahin gestellt.

»Der Granit des Bergs Ianapat verleiht dem Adel ewiges Leben. Der Preis dafür: die Trennung der Seele vom Körper, denn unsterblich sind nur Geister. Die Adelshäuser sind dem Willen jener Geister unterworfen. Nach den Launen der Unsterblichen fechten sie ihre Fehden aus – und besiegeln Bündnisse mit Heiraten. Doch die Grafentochter Semire von Schneegrund will beweisen, dass mehr an ihr von Nutzen ist als nur die Hand, die sie einem Baron reichen kann. Währenddessen tritt der Maler Quilûn in den Dienst des Tiefen Hauses Schneegrund. Unversehens wird er zu einer Figur im Machtkampf der Herrschenden. Seine Stellung könnte das Tor zur Gerechtigkeit und Freiheit für alle sein ... «
(Quelle: Verlag)


Der Roman ist in jeglicher Hinsicht ein Auftakt. Das ganze liest sich eher als Setup für die eigentliche Geschichte und die wirklich spannenden Ereignisse gibt es erst am Ende des Romans. Entsprechend schwer hatte ich mich getan, mit der Welt warm zu werden. Ich hatte eine ganze Weile gebraucht, um halbwegs zu verstehen, wie das Magiesystem des titelgebenden Berges funktioniert, und so wirklich sicher bin ich mir immer noch nicht, ob ich es ganz verstanden habe.

Ich persönlich kann Quilûn nicht ausstehen. Er hat eine furchtbare victim blaming Attitüde ausgerechnet seinem Sohn gegenüber. Jener ist ein Mobbingopfer, da er dank der Gunst, die der Fürst seinem Vater gewährt, als Bürgerlicher auf eine Schule für Adlige gehen kann. Das sehen die anderen Schüler dort natürlich nicht gern. Quilûn ist nun der Meinung, dass sein elfjähriger Sohn sich selbst der stärkeren Mitschüler erwehren soll und »zum Mann« werden muss. Da schwillt mir der Hals an. Immerhin bekommt Quilûn die Rechnung dafür. Leider auf Kosten seines Sohnes.

Was mir allgemein jedoch gut gefiel, ist die Darstellung von Quilûn als Künstler. Er hat den künstlerischen Blick und betrachtet die Welt durch seine Kunst. Er lebt für das, was er tut, und das kommt auf jeden Fall beim Leser an.

Auch so können auch die anderen Charaktere von sich überzeugen und nach und nach schält sich dann doch das Bild einer interessant klingenden Welt aus der anfänglichen Verwirrung heraus. Den Intrigen, denen Semire auf der Ferse ist, konnte ich allerdings nicht ganz folgen. Dann bleiben wohl nur die Folgebände abzuwarten, wie sich das ganze entwickelt.

Ein kleines nettes Schmankerl war eine versteckte Anspielung auf eine gewisse andere Reihe des Autors. Ich verrate hier nicht, welche, selbst suchen ;) Jedenfalls regte das in mir ein paar spannende Gedankengänge an, ob die beiden Romane nicht vielleicht in derselben Welt spielen oder sich sonstige Parallelen ergeben. Oder vielleicht war es ja auch nur ein lustiges Easter Egg.

Alles in allem also ein guter Roman, der leider am Anfang sehr lange braucht, um in Schwung zu kommen. Dann konnte er mich jedoch gut genug fesseln, dass ich wissen möchte, wie es weiter gehen wird.


Ich danke dem Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.


Mögliche Trigger
- Gewalt gegen Mensch und Tier
- Blut und Wunden
- Tod und Leichen



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Reiheninformation
Autor*in: Robert Corvus
Titel: Berg der Macht
Sprache: Deutsch
Umschlagillustration: Julia Jonas
Reihe: Band 1
Seiten: 437
Originalpreis: 13,00
Verlag: Piper
Genre: Fantasy
ISBN: 978-3-492-28172-0
Erscheinungsjahr: 2019

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