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Sonntag, 18. Februar 2018

[Gastbeitrag] Rezension: Weltenspalter von Steven Harper

© Katharina
Liebe Leute, der nachfolgende Beitrag ist der erste Gastbeitrag auf meinem Blog, worüber ich mich sehr gefreut habe! Er stammt von Katharina (magicblue). Wenn ihr mehr zum Thema Gastbeiträge auf meinem Blog erfahren wollt, dann schaut einmal hier vorbei.

Als ich das Buch in der Buchhandlung meines Vertrauens sah, machte mich der Titel sogar neugierig genug um mir den Klappentext durchzulesen. Allerdings muss ich sagen, dass ich es dennoch nicht gekauft hätte oder überlegt hätte es zu lesen, wenn nicht die Challenge von Wortmagie gewesen wäre und ich deshalb ein Buch gebracht hätte, in dem eine legendäre Waffe vorkommt. Aber so habe ich mich einmal darauf eingelassen, auch wenn mich die Kurzbeschreibung nicht gerade ungeheuer neugierig machte.

Danr wird von den Menschen nur "Trolljunge" genannt, da sein Vater den Stanen angehörte, dem dunklen Volk, das unter den Eisenbergen herrscht. Als von dort unheimliche Wesen in das Reich der Menschen eindringen, bekommt Danr einen Auftrag: Er soll die Unterirdischen aufhalten, doch dazu muss er die legendäre Axt finden - Weltenspalter. Doch diese Axt ist keine gewöhnliche Waffe, und Danr Auftraggeber ist alles andere als menschlich. Es ist der Tod persönlich…


Der Halbtroll hat mich dann eben doch ein wenig neugierig gemacht, des Weiteren auch noch der Umstand, dass die Elfen in dieser Geschichte einmal nicht die Guten sind, sondern die Menschen versklaven. Aber das war es dann auch eigentlich schon mit den Überraschungen, jedenfalls nach meinem Empfinden.
Die Hauptperson ist wie in der Beschreibung schon angedeutet nur zu einem Teil Mensch, den anderen bildet das Trollerbe seines Vaters. Natürlich hat er deshalb bei den Menschen mit sehr vielen Vorurteilen und Ablehnung zu kämpfen. Dem mittelalterlichen Weltgefüge entsprechend gibt es auch Leibeigene und aufgrund ein paar Umständen in der Vergangenheit ist er Leibeigener. Das alles wird meiner Meinung nach ganz gut beschrieben und auch realistisch dargestellt. Danr wird dem Leser auch sehr sympathisch dargestellt, seine Gefühle und Hadern mit seinem Schicksal bringen ihn einem näher.
Aisa Danrs Freundin ist dagegen eine Sklavin und später erfährt man recht viel von ihrer Vergangenheit und wie sie in dem Menschendorf gelandet ist, in dem auch Danr wohnt.
Zusammen mit den anderen Charakteren, die in dem Buch handeln hat dieser auch Schwächen, die ihn auch realistisch wirken lassen. Allerdings komme ich dann auch hier leider zu einem großen Manko der Geschichte. Wie vieles hätte man die verschiedenen Charaktere meiner Meinung auch ruhig noch genauer beschreiben können.

Das riesige Problem, das ich nämlich mit diesem Buch hatte, war das so ziemlich alles etwas gehetzt wirkt. Als hätte der Autor sich eine Liste von Ereignissen geschrieben und dann überlegt wie er sie am Schnellsten mit seinen Charakteren durchlaufen kann. Zu einen wäre da das Springen anzuführen, was eine Art von magischem Beamen darstellt. Zwar wird beschrieben, dass man dazu viel magische Kraft benötigt und damit Danr jemanden der dazu fähig ist, aber wie der Zufall es will,  ist fast immer wenn ein langer Weg droht, jemand zur Stelle. Ein einziges Mal legen die "Helden" um Danr eine weiter Strecke zurück und statt, dass man die Zeit nutzen würde und man als Leser mehr über das Volk der Orks erführe, wird es zusammengefasst. Details sind leider etwas schwer zu finden. Es werden neun Völker in dieser Geschichte von dem Autor erschaffen und mit wirklich keinem erfährt man recht viel. Dabei kommen die Charaktere mit fast jedem Volk in Berührung. Das finde ich enorm schade vor allem, da die Geschichte, wie ich am Ende des Buches herausgefunden hatte, ja auf mehrere Bände angelegt ist.

Die ganze Welt ist etwas durch die Edda inspiriert, der Weltenbaum lässt freundlich grüßen und auch  ein paar Reiche finde ich ähneln in ihren Namen. Die Nachnamen erinnern an das Isländische mit den Endungen -son und -dottr. Die Verbindungen hätte man sicher noch besser einbauen können, zum Beispiel in dem man die Welt auch eher in einem Skandinavischen Klima gestaltet. So wirken sie ein bisschen willkürlich eingesetzt.

Des Weiteren werden auch Themen wie Sklavenhandel, Vergewaltigung und auch Homosexualität angeschnitten. Allerdings fand ich, dass gerade die beiden letzteren nicht sehr gut umgesetzt wurden. Das Trauma von regelmäßiger Vergewaltigung überwindet die Freundin von Danr meiner Meinung nach einfach zu schnell. Es liest sicher eher als wollte der Autor seiner Figur noch ein bisschen mehr Tiefe durch eine grausame Behandlung geben und sich dann vor Schluss des Buches der negativen Auswirkungen auf die Figur schnell entledigen, weil das für die weiteren Bücher nur stören würde.
Mit der Homosexualität ist es meines Empfindens das Gleiche und es passt sich dem allgemeinen Stil der Geschichte an. Der Autor will einfach viel zu schnell in seiner Geschichte vorankommen und verpatzt damit ein paar wichtige Elemente seiner Geschichte.
Das Buch hat aber mitunter auch seine guten Momente, ein netter liebenswerter Charakter, ein interessantes Konzept oder die Überraschung, die eine der Figuren bereithält. Nur sind diese nicht so häufig wie man sie sich wünschen könnte.

Ich muss leider sagen, dass dieses Buch viel mehr Potenzial gehabt hätte, aber leider ziemlich dahinter zurückbleibt. Fesseln konnte es mich nur streckenweise und am Ende kann man auch nicht mehr sagen, als dass es ganz nett zu lesen war. Definitiv kein Meisterwerk.


Autor: Steven Harper
Titel: Weltenspalter
Sprache: Deutsch
Übersetzung: Urban Hofstetter
Original: Iron Axe (Books of Blood and Iron 1)
Umschlagillustration: Max Meinzold
Reihe: Band 1
Seiten: 478
Originalpreis: 9,99 €
Verlag: Blanvalet
Genre: Fantasy
ISBN: 978-3-7341-6100-1
Erscheinungsjahr: 2017

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