Denn ich fresse nicht nur Jungfrauen!

Mittwoch, 1. August 2018

Rezension: Maleficus (Schwarzes Blut #1) von Melanie Vogltanz

Als ich nach Empfehlungen für Vampirromane fragte, die nicht das gängige Klischee des kuscheligen Nackenbeißers bedienen, wurde mir »Maleficus« von Melanie Vogltanz empfohlen, der erste Teil der »Schwarzes Blut«-Reihe. Der Dark Fantasy Roman erschien im Papierverzierer Verlag.

»Wien 1365: Elyssandria kämpft gegen untote Kreaturen, die Strigoi genannt werden. Sie sind stets hungrig nach Menschenblut, praktisch unverwundbar - und sie vermehren sich rasend schnell. Der schwer zu erringende Sieg über die übermenschlichen Gegner rückt in weite Ferne, als Elyssa selbst von einer Kreatur der Finsternis mit dem schwarzen Blut der Unsterblichkeit infiziert wird. Zwar steigen ihre körperlichen Kräfte und ihre Geschicklichkeit nach der Verwandlung ins Unermessliche, aber zugleich erwacht auch eine dunkle, gierige Seite in ihr, der ihr schwacher menschlicher Geist nichts entgegenzusetzen hat. Mehr und mehr wird sie selbst zur größten Bedrohung für ihre ahnungslosen Begleiter. Kann Elyssa den Kampf gegen die Bestie in sich gewinnen? Eine blutige Tour de Force nimmt ihren Lauf.«
(Quelle: Amazon)


Positiv fällt auf, dass die Autorin definitiv keine Kuschelvampire schreibt. Hier geht es blutig und wild zu. Sie bedient zudem nicht einmal das klassische Bild des Vampirs, was frischen Wind in diese Ecke der Literatur bringt. Mal abseits der üblichen Vampire und Werwölfe zu lesen, war eine schöne Abwechslung.

Besonders die Szenen in der Unterwelt Wiens, die den Großteil der zweiten Hälfte des Romans ausmachen, gefielen mir sehr. Da lief mir das eines oder andere Mal ein Schauer den Rücken hinab und ich fühlte mich ein wenig an Moria und besonders den Wächter im Wasser erinnert. Überhaupt bietet die zweite Hälfte des Romans einige dicke Knüller und Enthüllungen, die richtig Lust auf die Fortsetzung der Reihe machen!

Das Buch bietet viele schöne kleine Details am Wegesrand, Rechercheperlen, die das Lesen wirklich bereichern. Zum Beispiel die Beschreibung der Glocken, die an Gräber gebunden werden, um zu verhindern, dass Leute lebendig begraben werden, fiel mir dabei positiv auf.

Elyssa ist nicht unbedingt die typische Frau für ihre Zeit. Sie ist durchsetzungsfähig und willensstark. Und durchaus zum Kämpfen bereit. An und für sich gute Eigenschaften einer Protagonistin, allerdings habe ich mich an dieser Stelle gefragt, woher sie das Schwert nimmt (sie entstammt immerhin nicht gerade reichen Verhältnissen), und vor allem, wie sie gelernt hat damit umzugehen. Das erschien mir vor dem historischen Kontext nicht schlüssig.

Es gibt eine romantische Beziehung im Roman und leider war sie es, die mir doch einigen Lesespaß genommen hat. Elyssa und Christian führen eine eindeutig missbräuchliche Beziehung. Er ist extrems besitzergreifend und übergriffig und tötet sogar (vermeintlich) einen Nebenbuhler, und Elyssa hängt sich trotzdem an ihn, findet Entschuldigungen für sein Verhalten und bewundert ihn sogar, weil er ja so viel hatte mitmachen müssen. Es machte mich teils sehr wütend, dass sie einfach nicht sehen will, was für eine missbräuchliche Beziehung sie da eigentlich hegt. »Ganz im Gegenteil, ich bewundere, dass du nach allem, was dir widerfahren ist, zu dem Menschen heranreifen konntest, der du heute bist« (Pos. 7890), schwärmt sie da gern einmal. Ich hoffe an dieser Stelle auf das Versprechen der Autorin, dass die rosarote Brille im zweiten Band tatsächlich fällt.

Auf jeden Fall habe ich aber den Stil zu kritisieren. Er war mir zu oft zu ausschweifend und blumig. Viele Formulierungen hätte man einfacher und mit weniger Worten knackiger ausdrücken können. Da sieht man auch einmal den Tod in den Augen des anderen schwimmen (Pos. 2523) oder Flammen schmiegen sich um Spieße (Pos. 6321). Nicht mein Fall.

Alles in allem ist »Maleficus« aber ein guter Roman mit abwechslunsgreicher Lore abseits der gängigen Klischees, wenn auch mit ein paar Abstrichen. Die Beziehung von Elyssa und Christian gefällt mir so gar nicht und hoffe darauf, dass sie nicht weiter romantisiert wird. Außerdem ist der Stil nicht immer mein Fall. Trotzdem eine Empfehlung für Leser, die von der Kategorie Glitzervampir genug haben.


Ich danke dem Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!


Werbung nach §6 TMG
Reiheninformation
Autor: Melanie Vogltanz
Titel: Schwarzes Blut – Maleficus
Sprache: Deutsch
Umschlagillustration: Joachim Sohn
Reihe: Band 1
Seiten: 482
Originalpreis: 2,99€
Verlag: Papierverzierer Verlag
Genre: Dark Fantasy
ASIN: B00R3ECL9O
Erscheinungsjahr: 2017

Weitere Rezensionen:
Nenatie

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Die Kommentarfunktion auf dem Blog ist abgestellt, um Spam zu vermeiden, aber auch, weil ich all der relativierenden "Ja, aber ...!"-Kommentare müde wurde, die sich mehr und mehr häuften, besonders bei Posts, die keine reinen Rezensionen waren. Ihr könnt mich immer noch über Twitter erreichen.

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.