Denn ich fresse nicht nur Jungfrauen!

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Ich bin zusammen mit einer Freundin unter die Podcaster gegangen. Wir quatschen rund um SFF und unsere wolligen Projekte. Zum Podcast geht es hier entlang!

Sonntag, 12. April 2020

DIY: Wolle färben Teil 1: Ostereierfarbe

Erste eigene Färbungen (und Coburger Fuchssaf in seiner natürlichen Farbe)


Frohe Ostern! Auch wenn dieses Jahr alles etwas anders ist. Zum Beispiel habe ich Wolle gefärbt statt Eiern. Da ich die Fragezeichen bis hierher hören kann: Ja, das geht! Und in diesem Post erkläre ich euch wie. Denn ich erwähnte bereits in meinem Post zum Umweltaspekt von Wolle, dass die Färbung von Garnen mit einer Menge Chemikalien verbunden ist. Dabei können wir das auch alles selbst ganz einfach mit Mitteln, die die meisten gerade zur Osterzeit sowieso daheim haben.

Ein kleiner Hinweis: Ich färbe nicht professionell und habe noch lange nicht alle Kniffe drauf. Da gibt es im Internet noch zahlreiche Handfärber*innen, die das noch viel besser können als ich. Die Grundlagen kann ich jedoch vermitteln. Also aufgepasst und Wolle und Farbe gezückt!

Prinzipiell ist zu beachten, dass Wolle, wenn sie starken und plötzlichen Temperaturschwankungen ausgesetzt ist, filzt. Vorsicht ist also geboten!


Da Ostern ist, fange ich mit der ohnehin einfacheren Methode an, Wolle mit Ostereierfarben zu färben. Das sind im Prinzip Lebensmittelfarben, es sollte also auch in der Theorie mit anderen Farben gehen, ich habe es aber bisher nur mit Ostereierfarben versucht. Wichtig ist dabei zu beachten, dass das nur mit Tierhaar geht, also zum Beispiel klassischer Schurwolle. Da gehen auch die üblichen Sockenwollmischungen mit 25% Polyamid Beimischung. Baumwolle eignet sich nicht dafür, wie ich nach einem Färbeunfall erfahren durfte, bei dem die Baumwolle nach dem Auschwaschen wieder weiß war und die Farbe an den Garnen haftete, wo sie nicht hingehörte. Shirts laufen also nicht Gefahr, aus Versehen mitgefärbt zu werden.

Wolle im Essigwasserbad
Als Vorbereitung wird die Wolle über Nacht in einem Essigbad eingeweicht, d.h. etwa ein EL Essig und genug Wasser, damit die Wolle gänzlich bedeckt ist. Das bricht die Faser auf, sodass sie später die Farbe besser aufnehmen kann. Für das Färbebad wird direkt vor dem Färben die Farbe wie gewohnt wie für Eier vorbereitet. Sprich etwa einen halben bis ganzen Liter Wasser erhitzen, in eine Schüssel geben, etwa einen Esslöffel Essig dazu und wenn ein Strang 100g Sockenwolle in einer Farbe gefärbt werden soll, dann pro Farbe zwei Farbtabletten dazu. Es ginge auch mit nur einer, dann wird die Wollfärbung später an einigen Stellen sehr blass und die Gefahr besteht, dass einige Stellen der Wolle gar keine Farbpigmente abbekommen. Bei der Wassermenge orientiere ich mich immer an einer ausreichend großen Schüssel, in die die Wolle plus Wasser hinein passt. Die Wolle selbst nimmt natürlich auch Wasser auf, daher fülle ich die Schüssel immer zu etwa 1/3 bis 1/2 mit Wasser auf, bis die Wolle gut bedeckt ist. Die Wolle nimmt die Farbe sehr gut auf, mein Wasser war hinterher wieder glasklar.

Färbung, bei der ein Teil ungefärbt blieb
Nun ist Vorsicht geboten, um ein Filzen zu vermeiden, denn jetzt kommt die Wolle in das heiße Farbwasser. Selbiges sollte nicht mehr kochen, aber durchaus schon noch dampfen. So genau war ich mit den Temperaturen da ehrlich gesagt nie. Am besten ist es, wenn die Wolle vorab in ihrem bisherigen Bad vorsichtig erhitzt wird auf etwa die Temperatur des Farbbads. Nicht kochen! Dann erleidet sie keinen großen Temperaturschock. Nun kommt die Wolle also in das Farbbad und hierbei darf gern experimentiert werden! Mehrere Farben hintereinander in einem Strang oder gar überfärben der einen oder anderen Farbe sind denkbar. Dabei darauf achten, dass die Farbpigmente im Wasser gut an die Wolle kommen und selbige ein wenig im Wasser hin und her schubsen, damit sie die Farbe auch in der hintersten Faser abbekommt. Die Wolle nimmt die Farbe fix auf und muss daher auch nicht lange im Farbbad bleiben.

Färbung mit zwei verschiedenen Farben
Nun die Wolle herausnehmen und vorsichtig auswringen. In der Regel sollte dabei kaum bis keine Farbe herauskommen, aber vorsichtshalber wird die Wolle dennoch noch mal ausgespült. Schon allein, um den Essig aus den Fasern zu spülen. Um der Wolle erneut keinen Temperaturschock zu verpassen sie am besten erst auskühlen lassen, bevor sie ausgespült wird. Um die Farbe am Schluss noch zu fixieren, kommt sie bei 80°C ca. 1h in den Ofen. Fertig ist die erste eigene Färbung!

Was die Farbechtheit angeht, kann ich noch nichts sagen. Generell empfiehlt es sich aber eh, die Garne der Sonne nicht allzu sehr auszusetzen.

Das Endergebnis auf der Leine
Dies war der erste Streich und der zweite erfolgt sogleich. Morgen soll es um das Färben mit Pflanzenfarben gehen. Solltet ihr das Färben ebenfalls ausprobieren, würde ich mich sehr freuen, wenn ihr mir eure Ergebnisse zeigt! Ich bin gespannt und hoffe, dass ihr dran bleibt und auch meinen Beitrag zum Pflanzenfärben lest.

1 Kommentar:

  1. Einfache Art der Elektrokatalyse - Sehr schlau:) Danke für den Tipp, habe versehentlich einen ganzen Korb weiße Wolle gekauft und hatte schon vermutet mein Schal muss weiss werden ;D

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