Denn ich fresse nicht nur Jungfrauen!

Sonntag, 23. April 2017

Rezension: Vakuumsprung von J.H. Artschwager

Es müssen nicht immer riesige Epen und fulminante Reihen sein. Manchmal genügt auch bedeutend weniger. Mit »Vakuumsprung« legt J.H. Artschwager eine bezaubernde kleine Geschichte um einen Jungen vor, der seinen Vater in den Weiten des Weltalls sucht und in etwas weitaus Größeres stolpert.
Ered wird in dem Glauben gelassen, dass sein Vater gestorben sei. Doch plötzlich erreicht ihn und seine Mutter eine sonderbare Botschaft von seinem Vater Lave, der Ered zu entnehmen glaubt, dass es Lave gut geht und er auf seinen Sohn wartet. Gegen den Willen seiner Mutter begibt der Junge sich auf die Suche nach seinem Vater, nichts ahnend, dass das weitaus größere Dinge in Bewegung setzen wird.


Wirklich: Es bedarf nicht immer eines Monstrums von 800 und mehr Seiten. Es bedarf auch nicht immer mehrteiliger Reihen, um spannende Abenteuer zu erzählen, oder gar innovativer neuer Ideen. Manchmal genügen auch gute dreihundert Seiten und alt hergebrachtes. Ereds Abenteuer liest sich gut weg, mitunter auch einmal an einem Nachmittag. Hinzu kommt, dass auf den 300 Seiten, die der Roman umfasst, die Spannung nicht zu kurz kommt. Es gibt durchaus Stellen, an denen man das Buch nur ungern aus der Hand gibt, da man unbedingt wissen will, wie es weiter geht.

Die Charaktere überzeugen weitestgehend, auch durch ihre Sprache, die dem etwas niederen Milieu angepasst ist, aus dem die meisten stammen. Der Autor schafft es, eine Brücke zwischen ihnen und dem Leser zu bauen, sodass man mit ihnen mitfühlt und mitunter auch mitleidet. Wobei gerade dieser Punkt mit einem Aber versehen werden muss. Denn zu wirklich 100% überzeugend erschien dann doch nicht alles.

An einigen wenigen Stellen fehlten ein wenig die Emotionen, sodass, soviel kann man vorausnehmen, zum Beispiel das Wiedersehen zwischen Ered und Lave irritierend unterkühlt wirkt. So authentisch auch die Sprache der Charaktere wirkt, an einigen Stellen wirkten ein paar Abkürzungen irritierend, auch wenn sie, wie ich vermute, gängige Abkürzungen in der Technik sind. Es wird wahrscheinlich nicht jeder Leser immer etwas damit anzufangen wissen.

Und schlussendlich die Liebesgeschichte. Solche stören mich persönlich eigentlich immer, wirkte in diesem Falle aber doch sehr gekünstelt und aufgesetzt. Ered ist kaum in der Pubertät und denkt bereits ernsthaft über das andere Geschlecht nach? Das wirkte wenig überzeugend. Hinzu kam, dass die ganze Beziehung von Vanja und Ered sehr konstruiert erscheint. Klar, jeder Roman ist ein Konstrukt, liest sich aber im besten Falle sehr natürlich. Das war in diesem Fall leider nicht so.

Trotzdem: Sieht man über die Liebesgeschichte, das größte Manko des Romans, und ein zwei andere Schönheitsfehler hinweg, ist »Vakuumsprung« durchaus ein Roman, der einen Blick wert ist.


Ich danke dem Autor für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares! 


Autor: Jens-Hendrik Artschwager
Titel: Vakuumsprung
Sprache: Deutsch
Übersetzung: Nein
Reihe: Nein
Seiten: 292
Originalpreis: 9,99€
Verlag: Selfpublishing (BoD)
Genre: Science-Fiction
ISBN: 978-37431-2704-3
Erscheinungsjahr: 2017


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