Denn ich fresse nicht nur Jungfrauen!

Donnerstag, 1. November 2018

Rezension: Clan der Astronauten (Die Crew der Sirius7 #3) von Thorsten Hoß

Das Toilettenwägelchen rollt weiter durch die gefährliche Welt von Lunaria und erlebt unter der Feder von Torsten Hoß wieder einmal eine Menge neuer Abenteuer. »Clan der Astronauten« ist mittlerweile schon der dritte Roman der Reihe und leider bisher auch mein Tiefpunkt.

»Entschlossen, die Wiege der Menschheit zu finden und ihre neuen Freunde zu schützen, zieht die Crew der Sirius7 weiter Richtung Meer. 
Von Untoten verfolgt, von kriegerischen Amazonenclans umgeben und durch interne Spannungen gespalten - keine leichte Aufgabe für den neuen Clan der Astronauten. 

Hinzu sinnt der tote Zauberer Magister Ingbold, selbst nur noch ein rachsüchtiges Seelenfragment, nach Vergeltung und seinem Kopf, der sich im Besitz der Raumfahrer befindet. 

Und auch in den mystischen Sieben Türmen wenden sich neugierige Blicke in Richtung der Astronauten und ihrer stetig wachsenden Reisegruppe.«

(Quelle: Amazon)


Wieder einmal beweist der Autor seine Kreativität. Er greift tief in die Genrekiste, und was er dabei herauszieht, wird auf vielfältige Weise verwendet. Dieses Mal bekommen es die Astronauten mit boshaften Sirenen zu tun, die sie und ihre Freunde fressen wollen, während ihnen gleichzeitig die Amazonen im Nacken sitzen. Auch da kommt es zu kreativen Problemlösungen. So wird zum Beispiel mal eben Ashleys Hammer in einen Magneten verwandelt, der eine angreifende Reiterhorde in ein riesiges Blechknäuel verwandelt.

Vor allem wird auch gezeigt, dass Männer- statt Frauenfeindlichkeit auch bloß nicht besser ist. Dreht man den Spieß um 180°, erhält man dasselbe in grün noch einmal. Das hilft vielleicht auch dem einen oder anderen männlichen Leser zu verstehen, wie das mit der Misogynie funktioniert.

Auf der anderen Seite besteht dieser Roman quasi aus 100% Worldbuilding, gewürzt mit einer nervigen Hiriko, die naiv auf wirklich alles hereinfällt, selbst wenn es eine offensichtliche Falle ist. Nein, Hiriko mag ich wirklich nicht. Ich mag auch Romane nicht, die quasi nur aus Worldbuilding bestehen.

Es passiert eine ganze Menge in diesem Roman. Alle laufen durcheinander und geraten kopfüber in wirklich jede Gefahr, die am Wegesrand lauert. Das ergibt ein ziemlich großes Chaos. Gemixt mit den extrem kurzen Kapiteln sorgt das bei mir beim Lesen für eine große Unruhe. Ich habe keine Momente zum Durchatmen, keine Momente, wo das Momentum der Handlung mal etwas gedrosselt wird und ich beim Lesen durchatmen kann. Das macht das Lesen zu einer sehr hektischen und damit für mich nicht unbedingt angenehmen Sache.

Des weiteren habe ich nicht das Gefühl, dass dieser Roman sonderlich viel zur Haupthandlung beiträgt, sprich, wir der Klärung der eingängigen Frage näher kommen: Was ist das für ein Ort, wie sind die Astronauten dort hin gekommen und wie kommen sie wieder von dort weg? Im Moment sehe ich nicht, wie dieser Roman zur Klärung der Fragen der Haupthandlung beiträgt. Stattdessen rennen alle kopflos durcheinander und versuchen sich mehr schlecht als recht der Sirenen vor ihnen und der Amazonen hinter ihnen und allen anderen Gefahren am Wegesrand zu erwehren. Der mittlerweile dritte Roman, wo es sehr chaotisch und gleichzeitig nur langsam bis gar nicht vorangeht, und so langsam wird es mir doch zu viel.

Leider konnte mich Band 3 nicht wirklich überzeugen und schwächelt in meinen Augen. Noch hoffe ich aber darauf, dass wir demnächst der Klärung des ganzen Rätsels näher kommen. Band 4 erhält von mir also vorläufig auch noch eine Chance.


Ich habe das Buch im Ramen einer Leserunde bei Lovelybooks gewonnen und bedanke mich beim Autoren für die Bereitstellung des ebooks!


Werbung nach §6 TMG
Reiheninformation
Autor: Thorsten Hoß
Titel: Die Crew der Sirius7 – Clan der Astronauten
Sprache: Deutsch
Umschlagillustration: Polina Hoß
Reihe: Band 3
Seiten: 503
Originalpreis: 4,99€
Verlag: Selfpublisher
Genre: Science-Fantasy
ASIN: B075VXR5XZ
Erscheinungsjahr: 2017

Weitere Rezensionen:
Kleiner Komet

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen