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Sonntag, 27. August 2017

Game of Thrones Rewatch: S07E06: North of the Wall

Wie immer: Spoiler voraus!

Littlefingers wohl platzierter Brief führt zu Zwistigkeiten zwischen Sansa und Arya. Letztere wirft ihrer Schwester vor, ihrer Familie gegenüber illoyal zu sein, da sie damals zumindest laut Brief auf Seiten der Lannisters stand. Sie glaubt Sansa nicht, als diese das Gegenteil beteuert. Sansa wehrt sich damit, dass sie die Ritter des Vale dazu bewegte, in der Battle of the Bastards einzuschreiten, sodass sie Winterfell zurückerobern konnten. Arya will den Brief dennoch als Druckmittel gegen Sansa behalten. Tyrion rät Daenerys gegen ihr impulsives Verhalten, da er die Hinrichtung der Taryls für einen Fehler hielt. Er drängt sie, mehr auf ihre Feinde einzugehen und auch an die Thronfolge zu denken, die sie leicht hätte getötet werden können. Doch sie hört weiterhin nicht auf ihn. Nördlich der Mauer wachsen die Reisenden langsam zu einer geschlossenen Gruppe zusammen. Jorah gibt Jon Longclaw, nachdem dieser ihm das Schwert als Erbe seines Hauses eigentlich überlassen wollte. Auf ihrem Weg werden sie von einem untoten Bären überfallen, der einige ihrer Begleiter tötet und Thoros schwer verwundet. Kurz darauf entdecken sie eine Vorhut des Untotenheeres. Sie stellen ihm eine Falle und können dabei einen White Walker töten. Unmittelbar darauf fallen alle Untoten bis auf einen endgültig tot zu Boden, worauf ihnen klar wird, dass die reanimierten Toten an den White Walker gebunden sind, der sie gerufen hat. Doch dann sehen sie, dass sie selbst in eine Falle geraten sind und ein Sturm aufkommt, der nur vom Night King stammen kann. Sie fliehen. Gendry, der der schnellste von ihnen ist, rennt nach Eastwatch zurück, um einen Raben zu Daenerys zu entsenden. Die anderen werden auf einem beinahe zugefrorenen See von den Untoten umzingelt und belagert. Als der See fest genug gefroren ist, beginnt der Angriff. Im letzten Moment kommt Daenerys auf ihren Drachen zu Rettung und befreit die Belagerten. Dabei tötet der Night King jedoch Viserion, während der Rest entkommen kann. Es gelingt dem Night King, den Drachen zu reanimieren.

Meine Güte, was für eine Folge! Der Plot ist löchrig wie ein Schweizer Käse, aber irgendwie habe ich mich in dieser Staffel schon daran gewöhnt (was eigentlich nicht gut ist), sodass ich die Folge dennoch für eine sehr gute halte. Spannende Gespräche am Anfang, die die Charaktere weiter ausbauen, dann ordentliche Action- und Kampfszenen und zum Schluss DRACHEN!

Das größte Plothole war zweifelsohne die Geschwindigkeit, mit der (fast) alle herumgereist sind. Nun, man weiß nicht, wie weit Gendry rennen musste, von daher könnte das noch erklärbar sein. Dann muss der Rabe aber erst einmal zu Daenerys fliegen, und der hatte sicher keinen Düsenantrieb. Dass Daenerys auf ihren Drachen in etwa zwei Wochen (die man vielleicht in dieser Situation auf dem Eis aushalten könnte) dort hoch fliegen kann, glaube ich, aber vorher ist bei Gendry und vor allem dem Raben viel Zeit verstrichen, mit der Daenerys das nie rechtzeitig hätte schaffen können.

Und dann der nicht festgefrorene See. Der müsste eigentlich bis zum Grund zugefroren sein. Am Anfang der zweiten Staffel begann der Herbst, Winter kam im Norden schon in der fünften Staffel sehr empfindlich. Seitdem ist sicher mindestens ein Jahr Dauerfrost vergangen, und nördlich der Mauer war es noch länger kalt genug, dass Wasser gefriert. Der See hätte bis zum Grund gefroren sein müssen.

Aber trotzdem: Ich mochte die Folge. Wenn Drachen dabei sind, bin ich so leicht zufriedenzustellen. Zumindest beim gefrorenen See könnte man eine List des Night King annehmen. Wenn man sehr viel guten Willen dafür aufwendet. Es scheint, dass er in gewisser Weise Macht über die Kälte hat. Vielleicht hat er dafür gesorgt, dass Jon und seine Gefährten dort in die Falle gehen, was Daenerys hervorgelockt hat. Das wiederum gab die Drachen den Angriffen des Night King preis, was ja auch in einem Fall (leider) gefruchtet hat.

Du meine Güte, so sehr habe ich schon lange nicht mehr gebangt, nicht mal in der letzten Folge! Balliste hin oder her, das ist der Night King, Eis gegen Fleisch gewordenes Feuer! Das ist doch wie geschaffen für ein episches Duel. Das dann auch entsprechend ausging. Die Spannung in diesen Szenen war der Hammer! Und Daenerys hinterher wirklich herzzerbrechend anzusehen. Ihr Schmerz um Viserion, den auch Drogon und Rhaegal zu teilen schienen, war förmlich greifbar.

Noch während Viserion tödlich getroffen abstürzte, stellte sich mir die Frage, ob der Night King ihn ebenfalls turnen kann oder ob Drachen zu sehr Kreaturen R’hllors sind, als dass der Heerführer des Great Other das bewerkstelligen kann. Die Antwort gab uns noch diese Folge: Ja, er kann. Oh oh … Gleichzeitig frage ich mich, ob da der Link zu George Martins kleiner Geschichte The Ice Dragon zu sehen ist. Es hieß immer, dass die ebenfalls in Westeros spielt, aber ich habe nie ganz verstanden, wo genau da der Link zu sein scheint. Ist es vielleicht der untote Eis-Viserion?

Außerdem klärte sich damit die Frage, wer den dritten Drachen reiten wird. Gibt ja nur noch zwei und einer davon wird von Daenerys geritten. Da in den letzten Szenen den Zuschauern Jonaerys förmlich ins Gesicht geschleudert wird, denke ich mal, dass Rhaegal an Jon gehen wird und nicht an Tyrion (dem ich es aber auch gegönnt hätte).

Zudem starb Thoros an den Folgen seiner Verletzungen, was auch abzusehen war. Er war der Red Priest der Gruppe und laut Melisandre hat er durchaus große Macht, da er andere von den Toten zurückholen kann, was wohl nur wenige Red Priests können. Melisandre ging immerhin davon aus, dass sie es nicht kann. Dass er jetzt also tot ist, wird, denke ich, noch zu einem Problem. Vielleicht haben die Red Priests eine gewisse Macht gegen die White Walker. So gesehen könnte der Angriff durch den Eisbären durchaus ein gezielter gewesen sein, den der Night King mit genau dem Ziel initiierte, um mindestens Thoros auszuschalten.

Aber auch an anderer Stelle passierten ein paar nennenswerte Dinge. Sansa ist doch immer noch nicht völlig verändert, da sie Littlefinger zu sehr vertraut. Dabei wissen wir ja, dass es Littlefinger war, der so vieles in die Wege leitete, das zum Leid ihrer Familie führte – sogar zu ihrem eigenen Leid unter Ramsey! Sie sagt zwar, dass sie es nicht tut, aber dennoch lässt sie Littlefinger viel zu viel Spielraum, als dass es gut ist. Er hat schon längst im Hintergrund die Fäden gesponnen, um sich wieder in eine vorteilhafte Machtposition zu bringen, womöglich auch gegen Sansa und vor allem Jon. Die Stark Mädchen hat er nun immerhin bereits erfolgreich gegeneinander ausgespielt.

Tyrion hat in seiner Diskussion mit Daenerys freilich einen Punkt, steht jedoch nach dem Verlust von Dorne und Highgarden aber natürlich in einer schlechten Position für so ein Gespräch. Seine »clever plans« führten immerhin dazu, dass Daenerys empfindliche Verluste hinnehmen musste, bevor ihr Krieg überhaupt wirklich beginnen konnte. Das ändert nichts daran, dass ich denke, dass er einige sehr gute Argumente vorbringt, die können jedoch in diesem Moment nicht zu Daenerys durchdringen. Sie scheint momentan drauf und dran zu sein, wie ihr Vater zu werden. So jedenfalls wird es ihr schwerfallen, die Liebe des Volkes zu erlangen, sodass es sie »wählt«, wie es ihre jetzigen Anhänger taten. Wenn sie sich nicht bessert, sind ihre Erfolgsaussichten momentan eher gering, selbst, wenn sie den Krieg gewinnen sollte.

Wie immer das Video am Ende (dieses Mal bin ich anders als die GoT Academy jedoch der Ansicht, dass es eine trotz allem gute Folge war):

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