Denn ich fresse nicht nur Jungfrauen!

Sonntag, 25. September 2016

Rezension: White Sand (White Sand #1) von Brandon Sanderson

Brandon Sanderson hatte bereits einige Romane geschrieben, bevor er den sechsen davon, Elantris, als sein Erstlingswerk veröffentlichte. Dynamic Forces bot die Möglichkeit, auch einen der bisher unveröffentlichten Romane zu verlegen: als Comic. Die Wahl fiel auf »White Sand«, den ersten Roman Sandersons und ebenso den ersten Cosmere-Band. 

Kendal lebt auf der Seite des Planeten, auf dem stets die Sonne scheint. Sein Leben ist geprägt von weißem Sand, der schier überall ist – und der denjenigen, die wissen, wie, magische Fähigkeiten bietet. Auch Kendal ist ein Sand Mage, jedoch ein ausgesprochen schwacher. Um seinem Vater zu beweisen, dass auch er zu allem in der Lage ist wie die anderen Sand Mages, unterzieht er sich einem Test. Es gelingt ihm, und sein Vater muss ihm den Titel eines Meisters verleihen. Bei der Zeremonie werden sie plötzlich von einem verfeindeten Clan angegriffen, obwohl sie seit Jahrzehnten einen Waffenstillstand haben. Kendal als einziger Überlebender will herausfinden, warum sie angegriffen wurden – und warum ihre Sandmagie im entscheidenden Moment versagte.

Die Cosmere-Geschichten waren bisher immer die spannendsten aus der Feder Sandersons, und das bewies sich auch hier wieder. Das Magiesystem ist gewohnt kreativ und faszinierend. Die Story hingegen ist nicht unbedingt die Kreativste, kann aber dennoch fesseln. Das hier war erst der erste Band von drei, von daher kann noch viel passieren und ein genialer Plottwist ist nicht auszuschließen. Sanderson hatte darin bisher noch nie enttäuscht.

Ich persönlich hatte mitunter einige Verständnisschwierigkeiten. Es fanden sich immer wieder Wörter, die ich nicht kannte und die ich daher nachschlagen musste, da der einzige Kontext oft »nur« die Bilder waren und kein weiterer Text, wie es bei einem Roman der Fall war. Insgesamt war es aber dennoch gut verständlich.

Der Zeichenstil ist geprägt von vielen kleinen unterbrochenen Linien, die die Zeichnungen sehr unordentlich erscheinen lassen. Mit persönlich hat das nicht sonderlich zugesagt. Hinzukommt, dass die Sand Mages alle dieselbe Kleidung tragen und auch sonst einen sehr ähnlichen Phänotyp aufweisen. Da Kendals Mutter eine Darksider war, also von der schattigen Seite des Planeten kommt, hat er etwas dunklere Haut als der Rest, wodurch er leicht zu erkennen ist. Die anderen Charaktere sind aber teils sehr schwer voneinander zu unterscheiden, wenn sie nicht direkt angesprochen werden, was leicht für Verwirrung sorgt.

Die Welt wird durch den im Vergleich zu einem Roman sehr spärlichen Text jedoch gut illustriert und auch die Bilder tragen ihr Übriges dazu bei. Auch wenn der Stil selbst nicht mein Ding ist, war es doch fast wie ein Film, diesen Comic zu lesen. Die Geschichte fesselt den Leser, und auch wenn vielleicht ein paar Verständnisprobleme auftauchen, die das Lesen zu einiger Konzentrationsarbeit machen, will man das Buch so schnell nicht mehr aus der Hand legen.

Der Comic ist sein Geld definitiv wert, auch wenn eine leise Stimme sich fragt, ob vielleicht noch mehr aus der Geschichte geworden wäre, wäre sie als Roman veröffentlicht worden. Trotzdem: Auch so gibt sie einiges her und sorgt für vergnügliche Lesestunden.




Daten
White Sand, White Sand 1: ISBN 978-1-60690-885-3, Dynamic Forces, 2016, 24,99$

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