Denn ich fresse nicht nur Jungfrauen!

Samstag, 15. Oktober 2016

Game of Thrones Rewatch: S03E01: Valar Dohaeris

Die Night’s Watch konnte unter Verlusten den Angriff der White Walker zurückschlagen, doch Sam ist es nicht gelungen, die Raben zur Warnung loszuschicken. Jon ist indes in Mances Armee angekommen und wird vom King Beyond the Wall aufgenommen. Tyrion versucht in King’s Landing sein Recht auf Casterly Rock einzufordern, um nicht mehr so unwürdig weggeschlossen zu sein, doch Tywin versagt es ihm. Ser Davos hat überlebt und versucht nun, Stannis die Augen zu öffnen, dass Melisandre böse ist, doch stattdessen wird er eingekerkert. Dany kommt indes in der Sklavenbucht an und geht in Astapor vor Anker. Dort bieten die Good Masters von Astapor eine Armee von Unsullied an, eine Sklavenarmee, die den Ruf hat, die beste der Welt zu sein. Das klingt ausgesprochen verlockend für Dany – wäre da nicht der Umstand, dass diese Männer Sklaven sind. 

Der Auftakt der Staffel war sowas von genial! Zunächst nur ein schwarzer Bildschirm, man hört Kampfeslärm und die Geräusche irgendeiner Bestie, die man besser nicht näher kennen lernen will. Dann sehen wir Sam, der vor einem White Walker davonläuft, aber nicht entkommen wäre, wären ihm seine Brüder nicht zur Hilfe gekommen. Für mich liegen jetzt nur ein paar Tage zwischen dem Staffelende der letzten Staffel und dieser Auftaktszene, doch damals, als die Folge das erste Mal lief, war das großartig. Wir wissen endlich, wie es weiter geht und wie die ganze Sache ausgeht! Und außerdem wird die ganze Szenerie ausgesprochen dramatisch, oh mein Gott! Damit wurde für die Staffel natürlich ganz schön was an Spannung vorgelegt, und da wir bei Game of Thrones sind, heißt das, dass das natürlich über die Folgen und Staffeln stets gesteigert wurde und wird.

Sehr gefeiert hatte ich beim ersten Mal auch die Riesen. Als schon in Staffel Zwei erstmals erwähnt wurde, dass Mance Riesen hatte, war ich scharf darauf, die zu sehen, hatte aber nicht zu wagen gehofft. Umso toller fand ich es, als wir in dieser Folge das erste Mal einen leibhaftigen Riesen sehen durften. Und verdammt, die sind echt cool!

Abgesehen davon sollte man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, was Mance Rayder da eigentlich geleistet hat. Ygritte deutete es bereits in der vorigen Staffel an: Die free Folks vereinen sich nicht ohne weiteres und wenn doch, ist es schwer sie davon abzuhalten, sich gegenseitig die Köpfe einzuschlagen. Mance hat es dennoch geschafft. Er hat die Stämme unter einem Ziel vereint: dem Kampf um ihr Überleben.

Außerdem hat Tormund Giantsbane hier seinen ersten Auftritt. Woop woop! Er ist cool, kann man nicht anders sagen.

Jedes Mal, wenn ich diese Folge sehe, denke ich mir, wie grausam die Menschen in Westeros doch sein können. Davos kann von Glück reden, dass er sowohl lebend an diesen Felsen mitten im Meer gespült wurde (ich glaube, er kann nicht schwimmen), als auch, dass er sogar gefunden wurde. Die Männer hätten ihn jedoch elendig dort verrecken lassen, hätte er nicht für dieselbe Seite gekämpft wie sie.

Ein Plus dieser Folge waren mal wieder die Gespräche, die so wunderbar die Charaktere formen. Eines davon war das Gespräch zwischen Tyrion und Tywin, und man würde letzteren am liebsten mal ordentlich klatschen, weil er ein so genialer Politiker aber ein so großes Arsch ist, was zwischenmenschliche Beziehungen und vor allem Tyrion anbelangt. Ich will gar nicht wissen, wie es für Tyrion sein musste, als sein Vater ihm das ihm zustehende Recht auf Casterly Rock verweigerte und mit welcher Begründung er es tat.

Margaery hat mir in dieser Folge ebenfalls gefallen. Sie gibt sich sehr volksnah, sei es, weil sie sich beliebt machen will oder anderen sehr eigennützigen Gründen, sei es, weil ihr das Schicksal der einfachen Leute wirklich nahegeht. So oder so, sie hat ein Ohr für all die armen Seelen in King’s Landing. Ich mag es sehr, wie sie sich mit den Kindern im Waisenhaus unterhält und ihnen Geschenke gibt.

Und dann gibt es noch Daenerys‘ Drachen, die ausschließlich und grundsätzlich nur in den Staffelpausen wachsen, ganz unabhängig davon, dass zwischen den Staffeln mitunter bedeutend weniger Zeit vergeht als während einer Staffel. Das fuchst mich bis heute.

Dennoch: So langsam bekommt sie die wirklich coolen Szenen, beziehungsweise sie zeichnen sich allmählich am Horizont ab (wenn man mal die Geburt ihrer Drachen außen vor lässt). Außerdem kommt Ser Barristan in dieser Folge wieder. Als die Staffel damals anlief, hatte ich schon längst wieder vergessen, wer er eigentlich war, was ein bisschen schade war. Im Nachhinein ist es allerdings freilich umso cooler, dass er nun Dany seine Dienste anbietet. Sie kann kaum jemand besseren finden! Sieht man einmal von Jorah ab, dem sie noch ziemliches Unrecht antun wird, weil sie manchmal etwas sehr überhastet und intuitiv ist. Wie dem auch sei: Ich liebe Selmy dafür, dass er nun Dany die Treue halten will, um wieder gut zu machen, dass er damals ihre Familie nicht beschützen konnte. Seine Motive sind verständlich. Zwar hatte er den Baratheons die Treue gehalten, doch dann hatte Joffrey ihn so unrühmlich fortgeschickt und er erkannte, dass Joffrey ein ziemlich mieser König ist. Nun hat er ja die freie Wahl, wem er dienen will, und da lagen für ihn die Targaryens natürlich nahe.

Noch ein kleiner Blick auf den Folgentitel. Nachdem die letzte Staffel mit »Valar morghulis« endete, beginnt diese mit »Valar dohaeris«, all men must serve. In dieser Folge geht es auch viel ums Dienen. Ser Barristan will Dany dienen. Tyrion will dem Reich von Casterly Rock aus dienen, statt vergessen zu werden. Jon tritt in Mances Dienste. Und so weiter. Mir gefällt der Folgentitel sehr, zum einen, weil er an die vorherige Folge ebenso schlüssig anknüpft wie der Beginn von S03E01 an das Ende von S02E10, als auch, weil die korrekte Erwiderung auf »Valar morghulis« nun mal »Valar dohaeris« lautet und das auch inhaltlich zu dieser Folge passt.

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