Denn ich fresse nicht nur Jungfrauen!

Samstag, 22. Oktober 2016

Game of Thrones Rewatch: S03E05: Kissed By Fire

Berric Dondarion und Sandor Clegane treten zum Duell gegeneinander an. Zunächst sieht es so aus, dass Berric mit seinem Flammenschwert die Oberhand behalten kann, wird aber schlussendlich von Clegane erschlagen. Doch Thoros springt herbei und betet zum Lord of Light – und auf wundersame Weise lebt Berric wieder. Littlefinger bekommt Wind von Varys‘ Plänen, Sansa an die Tyrells zu verheiraten, und berichtet den Lannisters davon. Daraufhin schmiedet Tywin Pläne, Cersei an Loras zu verheiraten und Tyrion an Sansa, um einerseits das Bündnis mit den Tyrells zu stärken und andererseits den Schlüssel zum Norden nicht wegzugeben. Robb indes muss mit den Karstarks ins Gericht gehen, nachdem Lord Karstark die Lannister-Geiseln ermordete. Die Karstarks verlassen daraufhin seine Armee und schwächen ihn erheblich. Jaime und Brienne werden in Harrenhal an Lord Bolton übergeben. 

Gleich das erste, was mir bei dieser Folge auffiel, ist eine Referenz an Staffel 6. Dort sagt Melisandre, dass nur die wenigsten Roten Priester die Macht haben, Tote wieder zum Leben zu erwecken, und sie davon ausgeht, dass ihr nicht diese Macht gegeben ist. Thoros jedoch kann es ganz offenbar doch. Er spielt es herab und sagt, dass er nur der glückliche Betrunkene sei, der die Worte sagt, und eigentlich R’hllor die Tat vollbringt. Fragt sich: Ist er ein so mächtiger Priester, mächtiger gar als Melisandre, und niemand weiß es oder hat er schlicht nur eine gewisse Yolo-Attitüde?

Ich komme in dieser Folge auch nicht umhin, Jon und Ygritte zu fangirlen, denn sie verführt ihn, mit ihr zu schlafen. Da die beiden so ikonisch geworden sind, ist es fast schon nebensächlich, dass Jon verrät, welche Festungen wie stark benannt sind. So oder so: Ein wenig Romantik darf ab und zu doch mal sein. Auch wenn wir hier bei GoT sind und wir wissen, was das heißt …

Jaime wird in dieser Folge von Qyburn versorgt, welcher ihm, um die Schmerzen der Behandlung zu lindern, Milk of the poppy anbietet, Jaime aber ablehnt. Am Rande: Ich hatte »poppy« bis gerade eben immer einfach nur hingenommen, es jetzt aber mal recherchiert, weil ich mich wunderte, warum so viele es immer ablehnten, und wissen wollte, was das eigentlich ist. Poppy bedeutet Mohn, wie ich gerade gelernt habe, und so leuchtet es natürlich ein, dass Leute, die gerne danach noch weiterleben wollen, es mitunter ablehnen. Opiate, die im Mohnsaft nun einmal enthalten sind, sind stark suchterzeugend.

Jedenfalls: Qyburns Blick. Er verrät, dass die Maester der Zitatelle ihm seine Kette weggenommen hatten, wenn ich mich recht entsinne, wird in der Serie später zumindest auch angedeutet, warum: diverse moralisch bedenkliche Experimente und dergleichen mehr. Wenn man ihm während Jaimes Behandlung ins Gesicht sieht, kann man sich leicht vorstellen, dass da einiges dran sein muss. So ganz koscher ist der Mann nicht im Kopf …

Dies ist auch die Folge, in der ich damals, als sie das erste Mal lief, realisierte, dass Jaime viel mehr ist als nur »der Kingslayer«. Er erzählt Brienne, wie es dazu kam, dass er damals Aerys Targaryen ermordete, dass er damit quasi alle vor dem Wahnsinn des Mad King rettete, da dieser drauf und dran war, die ganze Stadt im Wildfire niederzubrennen. Für mich war diese Szene ein wahrer Augenöffner, weil sie plötzlich so viele Facetten mehr an Jaime eröffnete. Er ist nicht nur der arrogante Schnösel, der sich ach so viel auf seine Familie, seinen Vater und seine Schwertkünste einbildet. Nein, er hat entgegen aller Behauptungen sehr wohl Ehre im Leib und handelt mitunter selbstlos. Nicht immer, keine Frage, und er hat auch so einige negative Seiten, die wir im Vorfeld zur Genüge kennenlernen durften. Doch plötzlich merkt man, dass dieser Mann auch anders kann, was ihn wesentlich interessanter und vor allem sympathischer macht.

Arya kann einem manchmal auch leidtun. Natürlich war ihre herrische und befehlsgewohnte Art Gendry gegenüber nicht unbedingt nett, aber Gendry scheint ja gerade das an ihr zu mögen. Arya selbst schmerzt es sichtlich, dass nun auch Genry als letzter ihrer Freunde sie verlassen hat, und sie nicht die Familie sein kann, nach der er sich so sehr sehnt. Ebenso muss sie erfahren, dass Thoros ihren Vater nicht wiederbeleben kann, was auch diese Wunde erneut für sie aufreißt.

Gleichzeitig schlägt Robb ganz nach seinem Vater. Starks sind mal wieder sturer, als es ihnen gut tut. Nach Lord Karstarks Verrat köpft er ihn wider besseren Rates so ziemlich aller. Es war abzusehen, dass er dadurch einen wichtigen Verbündeten verliert, denn die Karstark-Männer, die einen Gros seiner Armee ausmachten, kehren ihm daraufhin den Rücken zu. Und leider ist Robb naiv genug, sich Walder Frey zuzuwenden, weil er angeblich noch kein Bündnis mit den Lannisters hat. Frey, den er verprellte, als er Talisa heiratete. Kommt Robb echt nicht auf die Idee, dass das eine sehr doofe Idee ist?

In dieser Folge lernen wir Stannis‘ Familie etwas mehr kennen. Er hat eine Frau, die ihn eigentlich abstößt, weil sie nicht gerade die hübscheste ist, und eine an Greyscale erkrankte Tochter, welche er ebenfalls stiefväterlich behandelt. Selyse weiß, dass Stannis sie mit Melisandre betrogen hat, was ihm sichtlich Gewissensbisse bereitet. Sie jedoch freut sich sogar für ihn, da sie es als Dienst am Lord of Light betrachtet. Ihr religiöser Fanatismus löst gewisse Unruhen in mir aus, da solch ein Fanatismus nie gut sein kann. Außerdem bewahrt sie die Leichen ihrer Totgeburten in großen Reagenzgläsern auf. Also so ganz normal ist das jetzt nicht … Dies jedenfalls lässt schon jetzt tief blicken, zumal deutlich wird, dass sie selbst ihre Tochter von sich stößt, sei es, weil Shireen krank ist, sei es, weil sie Stannis keinen lebenden Sohn hatte gebären können. Ich mag diese Frau nicht, die hat sich da zu sehr in etwas hinein gesteigert, das nicht gut sein kann.

Ich habe gerade Shireens Schreibweise gegoogelt und musste ernstlich feststellen, dass sie im Deutschen Sharin geschrieben wird. Aua! Shireen selbst finde ich weitaus sympathischer als ihre Mutter. Das Mädchen wirkt trotz ihrer tödlichen Krankheit und der fehlenden Liebe ihrer Eltern so lebensfroh. Als Stannis, wahrscheinlich ebenfalls von Gewissensbissen geplagt, sie besuchen kommt (und es deutlich wird, dass das letzte Mal schon eine ganze Weile zurückliegt), freut sie sich so sehr darüber, ihren Vater zu sehen. Außerdem hält sie treu zu Ser Davos und will nicht einsehen, dass ihr Vater ihn zu einem Verräter erklärt hat. Und wahrscheinlich erkennt Ser Davos als einziger, was für ein Goldschatz das Mädchen ist.

Ein schönes Detail war das Gespräch zwischen Jorah und Barristan. Im Vorspann der Folge wurde der Zuschauer noch einmal daran erinnert, dass Jorah in Staffel 1 noch als Spion für Robert Baratheon arbeitete, bis er sich doch für Daenerys entschied. Das gibt seiner Aussage, dass er voll und ganz hinter ihr steht, noch einmal mehr Symbolkraft.

Schmunzeln musste ich bei Cerseis Blick, den sie Tyrion zuwirft, als dieser von seinem Vater gerufen wird. Bis klar wurde, was dahinter steht. Varys‘ Pläne zur Verheiratung Sansas wurden durchkreuzt, sie wird nun Tyrion heiraten und Cersei Loras. Tyrions Einwände sind berechtigt, das sind auch meine. Es ist einfach grausam von Tywin, grausam und herzlos. Politisch macht es für ihn natürlich Sinn und unterstreicht damit, dass er zu sehr für die Politik lebt und in gewisser Weise seine Menschlichkeit verliert. (Nichtsdestotrotz bin ich der Ansicht, dass es momentan das Beste für alle ist, wenn er die treibende Kraft hinter dem Thron ist, eben weil er ein so genialer Politiker ist.) 

Schließen wir die Folge mit einem schönen Zitat von Littlefinger ab, der überhaupt erst für das Dilemma mit Sansa verantwortlich ist: »It doesn’t matter, what we want. Once we get it, we whant something else.«

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